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Leica soll Entwicklung der neuen Mittelformatkamera eingestellt haben

Gerüchte aus Wetzlar deuten auf einen Strategiewechsel hin. Leica soll die Mittelformat-Entwicklung gestoppt haben.

Das berichtet die Gerüchteseite Leicarumors unter Berufung auf Personen, die mit der internen Organisation des Wetzlarer Herstellers vertraut sein sollen. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in diesem Bereich seien demnach deutlich reduziert worden, die eigenständige Mittelformat-Entwicklungsabteilung sei aufgelöst.

S-Personal soll auf SL und M verteilt sein

Mitarbeitende aus der S-Entwicklung sollen schrittweise auf Projekte aus den Reihen SL und M umverteilt worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht, Leica hat sich zu den Berichten nicht geäußert – und so wie ich Leica kenne, bekommen wir so schnell auch keinen aussagekräftigen Kommentar des Unternehmens.

Erst im Mai 2025 hatte Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kaufmann gegenüber The Phoblographer bekräftigt, dass die Mittelformatkamera weiterhin in Arbeit sei, das Projekt jedoch eine Herausforderung darstelle. Ein Jahr zuvor hatte eine Leica-Vertreterin eine Markteinführung innerhalb der nächsten zwei Jahre in Aussicht gestellt. Diese Frist wäre jetzt abgelaufen.

Möglicher Zusammenhang mit den Verkaufsplänen?

Leicarumors stellt einen Bezug zu den Berichten über einen möglichen Eigentümerwechsel her. Anfang 2026 wurde bekannt, dass der Finanzinvestor Blackstone seine seit 2011 gehaltene Beteiligung von rund 45 Prozent verkaufen will. Im Raum steht eine Unternehmensbewertung von rund einer Milliarde Euro. Als mögliche Käufer wurden die chinesische HongShan Capital Group und der nordeuropäische Investor Altor Equity Partners genannt.

Die Einstellung eines kostspieligen, langfristig angelegten Entwicklungsprojekts könnte die Bilanz im Vorfeld eines Verkaufs attraktiver wirken lassen. Zum 1. April 2026 hatte zudem mit Andreas Voll ein neuer CEO das operative Geschäft übernommen.

Lange Vorgeschichte ohne Nachfolger

Die bislang letzte Mittelformatkamera von Leica war die 2018 angekündigte und 2020 ausgelieferte S3 mit 64-MP-Sensor im Format 45×30 mm. Sie wurde 2023 ohne Nachfolger eingestellt. Seitdem berichteten verschiedene Quellen wiederholt über eine geplante spiegellose Nachfolgerin, zeitweise auch als Hybrid-Modell mit neuem Mount.

Sollten sich die aktuellen Gerüchte bestätigen, bliebe die seit dem Aus der S3 entstandene Lücke im Leica-Portfolio dauerhaft bestehen. Damit würde Leica das Feld bei den spiegellosen Mittelformat-Systemkameras Firmen wie Fujifilm mit der GFX-Reihe und Hasselblad mit der X-Reihe überlassen.

Was glaubt ihr?

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25 Kommentare
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austrian

Ich könnte es verstehen, in meiner Bubble fotografiert kaum noch wer mit MF, in Wahrheit ist es genau noch einer, und der nutzt das Fuji G System auch nicht als einziges Format, die Mehrzahl seiner Jobs erledigt er mit Fuji X.

Mazed

Kommt wirklich auf die Bubble drauf an. In meiner gibt es einige die in den letzten Jahren auf MF umgestiegen sind, insbesondere auf das Fuji GFX System, welches ich ebenfalls nutze. Wir reden hier hauptsächlich von Landschafts- und Fineart Fotografie, Produkt- und Architektur. Einige Profis darunter.
Das ist natürlich nicht die breite Masse und Fuji finanziert dieses Segment mit dem Verkauf kleinerer Modelle. Vermutlich hat Laica diesen Luxus nicht.

BEN

Wäre auch zu viel verlangt bei den niedrigen Preisen, die Leica sonst für seine Kameras aufruft.

austrian

Einige der Leute in meiner Bubble verdienen ihr Geld auch mit Photografie, wobei das zum überwiegenden Teil Event- bzw. AgenturphotografInnen sind, da war MF nie das ganz große Thema. Uuups, eine habe ich vergessen, die macht hauptsächlich Foodstyling, die arbeitet im Studio auch mit Fuji GFX.

Uneternal

Mittelformat bietet ja auch außer Auflösung kaum einen Mehrwert gegenüber Vollformat, aber dagegen sehr viele Nachteile. Die neusten Vollformatkameras wie Sony A7V schlagen bereits diverse Mittelformatkameras in der Dynamik und Rauschverhalten. Und die Sony A7R VI wird zusätzlich in der Auflösung heranrutschen. Mittelformat ist ja auch einfach nur ein dickes Angeber-Format für die selben Leute, für die auch ein Batteriegriff für ein 30 Minuten Shooting unverzichtbar ist.

WRDS

Schön formuliert. Hören nur nicht alle gerne.

Rüdiger

Klingt alles ziemlich naheliegend. Die Zahl der Mittelformat-Fotografen ist überschaubar und mit Fuji, Phase One und Hasselblad hat man durchaus genug Auswahl. Die Leica S3 Stammkunden dürften die Hoffnung auf einen Nachfolger weitgehend aufgegeben haben, so dass niemand da sein dürfte, der Leica eine S4 aus den Händen reißt.

Die S4 ist also wahrscheinlich ein Zuschussgeschäft mit ungewissen Zukunftsaussichten, das man sich aktuell nicht ans Bein binden wird solange man einen Käufer für das Unternehmen sucht.

Leonhard

Wundert meinereiner nicht so wirklich!

Seit Fuji die GFX herausgebracht hat ist es sehr schwierig, hier noch einen Euro zu verdienen.

Beim MF gibt es eh zwei Käufergruppen: Eine überschaubare Anzahl an Hobbyspinnern, welche sich eine zulegen und eben die letzten Profis, die noch MF nutzen. Nur diesen Profis kann man sicherlich sehr schwer mit Geschwafel von irgendeinem Look was andrehen, da drehen die lieber ab.

thomas Nordsee

Ich bin Hobbyspinner! Aber ich nutze sie tatsächlich ab und an sehr, sehr gerne… heute morgen war ich hinter Säbelschnäblern fotografisch hinter her… da nützt sie mir dann nichts. Schnell und weit entfernt.

Leonhard

Tja, lieber Thomas, da haben wir ja was gemeinsam, auch wir nutzen die GFX hin und wieder mit Vergnügen.

Ob wir uns eine Leica-MF mit den dazu gehörigen Leica-Preisen anschaffen würden wagt meinereiner aber zu bezweifeln.

Alfred Proksch

GFX Modelle von Fuji sind preislich erschwinglich, die Qualität der Bilddateien ist hervorragend und bis auf die „schnelle“ Fotografie lässt sich hervorragend damit arbeiten.

Leica hat in seiner Historie nie Mittelformat Systeme verkauft. Während meiner beruflichen fotografischen Laufbahn war von 6x6cm bis zu den 20x25cm alle Filmformaten dabei. Leica war für gute Kleinbild „Freizeit-Fotos“ zuständig. Digitales Vollformat (Kleinbild) erzeugt schon lange mehr technische Bildqualität als das frühere Mittelformat je geboten hat.

Sehe ich mir die Bild Ergebnisse vom neuen Leitzphone an – berücksichtige dabei den Umstand das mehr als 90% der Bildbetrachtung auf Displays oder Monitoren stattfindet – dann hat sich die von Fuji, Hasselblad und Phase One besetzte kleine Nische schon erledigt – eine Leica Mittelformat würde mit Sicherheit nur sehr wenige Käufer finden.

Spannend finde ich eher welcher Investor den Zuschlag erhält. Wird die „Denkweise“ von Leica über Bord geworfen? Wer von der L-Allianz bleibt, wer steigt aus?

Maik Richter

Ja, analoge Mittelformatsysteme hat Leica nie produziert. Digital gab es aber immerhin die S-Reihe, mit insgesamt vier Modellen (2009-2020):
Leica S2 — vorgestellt 2008, Marktstart 2009
37 MP CCD, erster Vertreter des Systems.
Leica S (Typ 006) — 2012
37 MP CCD, verbesserte Elektronik.
Leica S (Typ 007) — 2014
37 MP CMOS, erstmals Live‑View und Video.
Leica S3 — 2020
64 MP CMOS

Würde ich mir eine digitales Mittelformatsystem anschaffen, käme für mich wohl auch nur das Fuji GFX System in Frage.

WRDS

Wahnsinnig erfolgreich scheint das nicht gewesen zu sein. Leica ist halt fast das Synonym für Kleinbild. Dort waren und sind sie nun auch wieder erfolgreich. Wofür noch Mittelformat?

J.Friedrich

Die einzig sinnvolle Entscheidung, alles andere ist, schlechtem Geld weiterhin Gutes nachzuwerfen – FF ist Leicas Kernkompetenz und sie verdienen damit fette Kohle – gut so, es sei Leica gegönnt!

JoergE.

Kleine Anmerkung, Sinar gehört auch zur Leica.

WRDS

Das ist dann aber auch ein sehr nischiges Nischenprodukt. Ich wusste nicht mal, dass es die noch gibt.

Mirko

Wenn alles klappt dann lade ich Dich Samstag zum Ratespiel „Welches Objektiv bin ich“ ein 😂

J.Friedrich

😂🍻😂 – Ich lass’ mich überraschen – Hauptsache Du ziehst was G’scheits an 👙 – dann ist schon mal für “optische Knack-Schärfe” gesorgt … 😂🍻😂

BEN

Sie verdienen an Vollformat schon so viel wie andere am MF.
Es scheint offensichtlich auch eine große Hürde zu sein, eine MF-Kamera zu entwickeln, auch wenn man bis vor kurzem eine hatte.

Jennss

Zweigleisig zu fahren ist halt zu teuer. Ein guter AF ist viel wert und bei Mittelformat ist das schwieriger. Das hohe Gewicht ist auch kein Vorteil. Freistellen geht mit Kleinbild bei 1,2 besser als mit Mittelformat, wo es kein 1,2 gibt. Wertvoller wäre jetzt ein Stacked Sensor bei Kleinbild . Da hängt Leica hinterher.

Thomas

Ich kann verstehen, dass gerade im Digitalbereich andere Hersteller die Nase vorne haben – auch im Hinblick auf Kernkompetenz. Als ich das Announcement gehört habe, dass Leica in das MF einsteigen möchte, hatte ich mich innerlich schon auf eine analoge MF Kamera von Leica gefreut. Das wäre es doch mal gewesen! Liebe Grüsse an die Community!

Peter Braczko

Kommen denn noch für die wichtigste Leica-Gruppe, die der Sammler, Schraubenzähler und Vitrinenverwahrer – einige Sondereditionen der letzten Kameras in GRÜN, BLAU, ROT oder GOLD mit einem kleinen Aufpreis? Das wäre es doch?

Bernd

I have a Dream…   Als begeisterter Hobbyfotograf und langjähriger Verfolger und Beobachter der Knipserszene (ich hoffe man verzeiht mir ein flegelhaftes Wortspiel) bin ich immer wieder über die Insiderinformationen, die immer wieder, Entengleich, das Licht der Welt erblicken, fasziniert. Also, was wäre wenn…   In allen diversen Foren wird immer wieder rauf und runter diskutiert über Produkte und Strategien der einzelnen Hersteller, von Fuji über Hasselblad, von Panasonic und OM, von Nikon und Canon zu Sony und, natürlich, immer wieder im Mittelpunkt der Gespräche, die wunderbare deutsche Marke mit dem roten Punkt aus Wetzlar.    Nun gab es die Mitteilung von euch, dass Leica sich aus dem seit mehreren Jahren angekündigten Relaunch der Mittelformatkamera zurückgezogen haben soll und das gesamte Personal auf die Baureihen SL und M verteilt haben soll.    Wie könnte man nun einen solchen internen Strategiewechsel am Besten erklären? Wenn ich/wir eine solche Kehrtwende vornehmen müsste, würde man mir gegenüber unverblümt erklären, dass ich mich schlichtweg und ergreifend geirrt habe. Wenn Unternehmen/Konzerne und oder die Politik einen solchen Rückzug erklären, spricht man in dem Zusammenhang gerne auch von einem Paradigmenwechsel. Gleiches irren und scheitern, nur eben netter und eloquenter erklärt.    Meine Gedanken dazu? Außer nur… Weiterlesen »

Alexander

Das Schlimmste an der Meldung ist doch, daß große Geschäftsanteile nach China verkauft werden sollen….. unglaublich, der Ausverkauf Deutschlands…

Gabi

Ich arbeite einfach unbeeindruckt weiter mit meinen Rolleiflex Automaten von 1939 und 1938.

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