Sigma Kameras

Sigma sieht Foveon-Vollformatsensor näher an der nächsten Entwicklungsphase

Sigma arbeitet weiter am Vollformat-Foveon-Sensor. CEO Yamaki sieht Fortschritte, bleibt aber beim Zeitplan zurückhaltend.

Sigma-CEO Kazuto Yamaki hat auf der CP+ 2026 in Yokohama ein Update zum lang erwarteten Vollformat-Foveon-Sensor gegeben. In einem Interview mit dem japanischen Portal mynavi.jp erklärte er, dass die Entwicklung Fortschritte mache und die verbleibenden technischen Probleme zunehmend eingegrenzt würden. Möglicherweise könne Sigma noch in diesem Jahr in die nächste Entwicklungsphase eintreten.

Foveon: Nächste Phase möglicherweise noch 2026

Yamaki erklärte, dass die Foveon-Entwicklung weiterhin aktiv betrieben werde. Ingenieure seien dem Projekt zugewiesen, und es gebe messbare Fortschritte. “Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir Fortschritte gemacht, und die Problemstellen werden enger eingegrenzt”, so Yamaki. Einen bevorstehenden Durchbruch wollte er allerdings nicht versprechen: “Ich kann keinen mutigen, guten Bericht abliefern, etwa dass die Produktreife bald erreicht ist.”

Dennoch ließ er vorsichtigen Optimismus erkennen. Möglicherweise könne Sigma noch in diesem Jahr in die nächste Entwicklungsphase eintreten. Diese nächste Phase wäre ein bedeutender Schritt: Erstmals würde dann ein Foveon-Sensor im Vollformat gefertigt. Bisher arbeitet Sigma auf Pixel-Ebene an der Technologie und baut Prototypen einzelner Pixelstrukturen. Ein marktreifes Produkt liegt damit weiterhin in der Ferne, doch der Übergang zur Sensorfertigung wäre ein klarer Fortschritt.

Quelle: toshisan/X

Allerdings machte Yamaki auch die Einschränkungen deutlich. Da Sigma auf die Fertigungslinien externer Partner angewiesen ist, ließen sich Wafer nicht beliebig häufig produzieren. Jeder Zyklus aus Fertigung, Analyse und Fehlerbehebung koste Zeit. Einen konkreten Zeitplan für eine mögliche Markteinführung nannte er nicht. “Ich möchte eine Kamera mit Vollformat-Foveon unbedingt auf den Markt bringen”, betonte Yamaki. Gleichzeitig schränkte er ein: “Es ist ein wichtiger Punkt, ob wir es als etwas Wertvolles in der heutigen Zeit anbieten können.”

Bereits vor rund einem Jahr hatten wir über den Stand der Foveon-Entwicklung berichtet. Damals erklärte Yamaki im Interview mit DPReview, dass das Projekt nach der Verlagerung aus den USA nach Japan praktisch von vorn begonnen werden musste. In Zusammenarbeit mit einer japanischen Universität habe man mehrere Pixel-Prototypen gebaut, dabei aber immer wieder auf neue Konstruktionsfehler gestoßen. Yamaki äußerte sich damals optimistisch, dass man sich dem Ende der Technologieentwicklungsphase nähere. Ein knappes Jahr später bestätigt sich dieses Bild im Grundsatz, auch wenn der große Durchbruch weiter auf sich warten lässt.

Sigma BF: Entscheidendes Jahr steht bevor

Zur minimalistischen Sigma BF, die auf der CP+ 2025 für viel Aufsehen gesorgt hatte, gab Yamaki ebenfalls ein Update. Die Nachfrage übersteige weiterhin das Angebot. Das aus einem Aluminiumblock gefräste Gehäuse begrenze die Produktionskapazitäten, weshalb Sigma nach wie vor Rückstände bei Bestellungen habe.

“Die Reaktionen sind gut. Nicht nur Kameraenthusiasten, die verschiedene Kameras nutzen, haben sie gekauft, sondern auch Leute, die bisher nur ein Smartphone hatten und zum ersten Mal eine Kamera kaufen. Das hat unsere Nutzerbasis erweitert”, erklärte Yamaki. Besonders das UI-Design erhalte Lob, auch wenn er einräumte, dass die Benutzeroberfläche anfangs gewöhnungsbedürftig sei.

Ob die Sigma BF ein dauerhafter Erfolg wird, sei allerdings noch nicht absehbar. “Ob das UI (User Interface) der Sigma BF geschätzt wird und sich als eine Richtung in der Kamerabranche etabliert, dafür ist eher dieses kommende Jahr entscheidend”, so Yamaki.

fp-Serie wird trotz Produktionsstopp weitergeführt

Die fp-Serie war auf dem Messestand weiterhin ausgestellt, obwohl die Produktion mittlerweile eingestellt wurde. Der Grund dafür sei kein mangelndes Interesse gewesen, sondern das Gegenteil. Yamaki erklärte, dass die Nachfrage nach einer anfänglichen Flaute unerwartet wieder anzog. Dadurch seien die Vorräte eines wichtigen Bauteils schneller aufgebraucht worden als geplant, nachdem der Zulieferer die Fertigung dieses Bauteils bereits eingestellt hatte.

Sigma fp L

Trotz des Produktionsstopps will Sigma die fp-Serie weiterentwickeln. Yamaki verwies auf die aktive Nutzer-Community und betonte, dass Sigma diese pflegen wolle. Die fp-Serie soll demnach eine Zukunft haben – das hat man allerdings auch schon vor rund zwei Jahren verlauten lassen, und seitdem ist nicht wirklich was passiert.

Kompakte Objektive in Entwicklung

Yamaki bestätigte außerdem, dass Sigma an kompakten Objektiven arbeitet. “Wir entwickeln kompakte Objektive”, sagte er. Ob es sich dabei um echte Pancake-Objektive handelt, ließ er offen. Entscheidend sei, dass die Bildqualität trotz kleiner Bauform nicht leide. “Es soll ein Objektiv werden, das man als modernes Objektiv wirklich nutzen kann”, erklärte Yamaki. Gerade für flache Gehäuse wie die Sigma BF oder die fp-Serie wären solche Linsen eine willkommene Ergänzung. Yamaki selbst nutzt an seiner fp das kompakte APS-C-Zoom 18-50mm f/2.8 DC DN. Kürzlich kamen Gerüchte um eine Neuauflage des 50-100mm f/1.8 für APS-C auf.

Zum aktuellen Objektivmarkt bemerkte Yamaki, dass sich das Kaufverhalten verändert habe: “Objektive verkaufen sich nicht mehr allein dadurch, dass sie lichtstark sind. Sie brauchen Merkmale, die es so bisher nicht gab.” Soziale Medien verstärkten diesen Trend. Objektive, die dort Aufmerksamkeit bekommen, verkaufen sich gut. Andere würden dagegen kaum wahrgenommen.

Zum Thema Smartphone-Kooperationen, wie sie etwa Leica mit Xiaomi oder Hasselblad mit Oppo eingegangen sind, äußerte sich Yamaki zurückhaltend. Sigma habe zwar Anfragen erhalten, sehe aber keine klare Stärke im Bereich mobiler Objektivmodule. Auch für Markenlizenzen sei es noch zu früh. “Bis wir so weit sind wie Leica, ist es noch ein langer Weg”, räumte Yamaki ein.

Sigma baut jetzt Reis an

Abseits der Kameratechnik überraschte Sigma kürzlich mit der Gründung einer Agrargesellschaft. Das Unternehmen will in der Region um seine Fabrik in Aizu (Präfektur Fukushima) Reis anbauen. Hintergrund ist die zunehmende Zahl brachliegender Ackerflächen durch den demografischen Wandel. Yamaki betonte, dass es sich nicht um ein neues Geschäftsfeld handle, sondern um eine Maßnahme zum Erhalt der Kulturlandschaft. “Es ist, modern ausgedrückt, ein Teil nachhaltiger Unternehmensführung im Rahmen unserer Möglichkeiten”, so Yamaki. Der geerntete Reis soll in der Firmenkantine verwendet werden. Sollte mehr als nötig geerntet werden, denke man auch über einen Verkauf nach.

Neben dem Foveon-Update und der BF-Bilanz gab Sigma auf der CP+ auch neue Objektive bekannt. Neben dem 35mm f/1.4 DG II Art und dem 15mm f/1.4 DC Contemporary wurde das 85mm f/1.2 DG Art als Entwicklungsprojekt vorgestellt.

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Manfred

Schön, dass der Vollformat Foveon Sensor noch nicht gestorben ist. Ich hoffe, dass er in den nächsten zwei Jahren fertig wird. Ein Vollformat Foveon Sensor wäre für mich mal wieder eine Bereicherung im Kamerasegment.😊

Uneternal

Sie sollen den Quatsch einfach einstellen, Foveon war vielleicht mal früher interessant, als die maximale Sensorauflösung 12-14 Megapixel war. Heute haben wir 3-5x so viele Pixel auf einem Vollformatsensor, sodass es keinen Unterschied macht, ob jetzt 1 Pixel nur 1 Farbe erkennt.

Viva

Ich glaube da nicht mehr dran. Sie sollten besser den Reisanbau forcieren, als Investition in die Zukunft, denn bis der Sensor fertig ist dürfte Vollformat schon als Relikt gelten.

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