Kompaktkamera gefällig? Ob robust, videoorientiert oder mit ordentlich Zoom, wir haben ein paar Deals für euch.
Analog zu unserer großen Black-Friday-Übersicht für Fotografen und unserem Praxis-Vergleich für sechs Kompaktkameras habe ich mich für euch hingesetzt und nach den attraktivsten Schnäppchen im Bereich der Kompaktkameras gesucht. Schließlich sind die in den letzten Jahren immer stärker nachgefragt und wer bislang mit einem solchen Apparat zum Immer-dabei-Haben geliebäugelt hat, könnte sich von genau dem richtigen Angebot ja vielleicht zu einem Kauf hinreißen lassen.
Genau hier liegt aber auch schon der Hase im Pfeffer: Vermutlich aufgrund der hohen Nachfrage (und nicht sonderlich großen Verfügbarkeit) sind echte Gelegenheiten zum Sparen ziemlich rar gesät. Wer gehofft hat, Top-Modelle wie die Ricoh GR IV, Fujifilm X100VI, Leica Q3 oder Sony RX1R III günstiger abstauben zu können, wird leider enttäuscht.
Für diese Kompaktkameras gibt es leider keine Black-Friday-Rabatte. Wir gehen nicht davon aus, dass die Preise in absehbarer Zeit sinken werden:
- Fujifilm X100VI: Calumet | Koch | Erhardt | Fotoprofi
- Ricoh GR IV: Foto Koch | Foto Erhardt
- Leica D-Lux 8: Calumet | Koch | Köster | Fotoprofi
- Canon PowerShot G7 X III: Calumet | Koch | Erhardt | Fotoprofi
- Sony RX100 VII: Calumet | Koch | Erhardt | Fotoprofi
- Sony RX1R III: Calumet | Koch | Erhardt
- Leica Q3: Calumet | Koch | Köster
Vielleicht wäre stattdessen aber eine der folgenden Kameras eine Option für euch – da gibt es nämlich zumindest kleinere Deals.
Canon PowerShot V1
Schon seit ein paar Wochen im Preis gefallen ist Canons neuste Kompaktkamera, die PowerShot V1, die im Frühjahr dieses Jahr vorgestellt wurde. Die günstigsten Angebote mit 849 Euro statt 999 Euro UVP habe ich bei Foto Mundus gefunden, für 875 Euro ist sie bei Foto Erhardt, Fotoprofi oder Calumet erhältlich.
Die Canon PowerShot V1 kam im Frühjahr 2025 als Hybrid aus Foto- und Vlogging-Kamera auf den Markt und richtet sich gezielt an Creator und ambitionierte Reisefotografen. Das Besondere: ein 1,4-Zoll-Sensor (22,3 MP) – etwa doppelt so groß wie typische 1-Zoll-Sensoren – kombiniert mit einem lichtstarken 16-50mm-Zoom (f/2,8 durchgängig). Die weitwinkellastige Brennweite ist klar auf Vlogging, Landschaft und Street ausgelegt. Das seitlich klappbare 3-Zoll-Touchdisplay, der Mikrofoneingang und der Multifunktionsschuh unterstreichen die Creator-Ausrichtung.

In Tests überzeugt die Bildqualität: Der große Sensor liefert deutlich weniger Rauschen und mehr Dynamikumfang als klassische Vlog-Kompakte. Allerdings fehlen elektronischer Sucher und Blitz komplett – für reine Fotografen ein klarer Rückschritt gegenüber früheren G-Modellen. Wer eine hochwertige Kompakte für Video und Weitwinkel-Fotografie sucht und auf Sucher verzichten kann, bekommt ein leistungsstarkes Werkzeug. Tele-Fans oder klassische Fotografen sollten sich anderweitig umsehen.
OM System Tough TG-7
Mit einem kleinen Rabatt von rund 30 Euro gegenüber dem üblichen Straßenpreis könnt ihr die OM System Tough TG-7 für 399 Euro bei Amazon erwerben.
Die OM System Tough TG-7 kam im Herbst 2023 als Nachfolgerin der Olympus TG-6 auf den Markt und ist im Kern eine behutsam aktualisierte Version des Vorgängers. Die wichtigsten Neuerungen: USB-C-Anschluss, verbesserte Video-Features (4K/30p) und spezielle Bau- und Konstruktionsmodi. Technisch arbeitet die Kamera mit einem 1/2,3-Zoll-Sensor (12 MP) und einem 25-100mm-Objektiv (f/2-4.9). Sie ist wasserdicht bis 15 Meter, stoßfest bei Stürzen aus bis zu 2,1 Metern, staubdicht und frostfest bis -10 °C. Besonders die Makro-Fähigkeiten mit Mikroskop-Modi und das umfangreiche Zubehör für Unterwasserfotografie heben die TG-7 von anderen Kompaktkameras ab.
Die Bildqualität allerdings ist identisch zur TG-6 geblieben – der kleine Sensor zeigt ab mittleren ISO-Werten deutliches Rauschen und begrenzten Dynamikumfang. Touchscreen und Sucher fehlen ebenfalls. Die TG-7 punktet vor allem in ihrer Nische: Wer eine robuste Kamera für extreme Bedingungen oder Makrofotografie braucht und auf das Zubehör-Ökosystem setzt, bekommt ein solides Werkzeug.
Panasonic Lumix TZ-99
Eine ähnlich moderate Vergünstigung erhaltet ihr bei verschiedenen Shops für die Panasonic Lumix TZ-99, etwa bei AC-Foto, Kosfeld oder Rutten, wo sie für 499 Euro statt 549 Euro gelistet ist. Bei Calumet werden derzeit 506 Euro fällig.
Die Panasonic Lumix TZ-99 kam im Februar 2025 als Nachfolgerin der TZ96D auf den Markt und positioniert sich als kompakte Reisezoom-Kamera. Das zentrale Verkaufsargument ist der 30-fach-Zoom mit 24-720 mm Brennweite (KB-äquivalent) bei einer Lichtstärke von f/3.3-6.4, der in einem hosentaschentauglichen Gehäuse untergebracht ist. Technisch arbeitet die Kamera mit einem 1/2,3-Zoll-Sensor (20,3 MP) und bietet 4K-Video bis 30p sowie 5-Achsen-Bildstabilisierung. Der 3-Zoll-Touchscreen lässt sich nach oben klappen, praktisch für Selfies und Vlogs.

Allerdings hat Panasonic beim Sparen nicht gezögert: Der elektronische Sucher der Vorgängermodelle wurde gestrichen, was in Tests wiederholt kritisiert wird – gerade bei hellem Sonnenlicht ist ein Display schwer ablesbar. Die Bildqualität ist bei guten Lichtverhältnissen ordentlich, zeigt aber ab ISO 1600 deutliches Rauschen und Detailverlust. Der kleine Sensor begrenzt zudem den Dynamikumfang.
Die TZ-99 richtet sich an Reisende und Gelegenheitsfotografen, die viel Brennweite in kompaktem Format suchen und auf Robustheit oder gehobene Bildqualität verzichten können.
Insta360 Ace Pro 2
Moment, wie hat sich denn eine Actioncam in diesen Artikel verirrt? Tatsächlich ist die Insta360 Ace Pro 2 durch ihren neuen Xplorer-Pro-Grip ebenfalls zu einer Kompaktkamera avanciert. Allerdings ist Vorsicht angebracht: Alle Bundles mit Griff enthalten (zumindest meiner Recherche nach) noch den alten Xplorer-Grip (ohne Pro im Namen), der lediglich über einen Auslöser verfügt, aber keine Zoom-Wippe, Einstell-Rad oder zusätzlichen Akku bietet. Meine Empfehlung: Schnappt euch die Insta360 Ace Pro 2 etwa bei Foto Koch oder bei Foto Erhardt für 359 Euro statt rund 400 Euro und holt euch den neuen Griff für 115 Euro separat. Kürzlich hat der Hersteller auch noch weitere Objektive und sonstiges Zubehör vorgestellt.

Die im Herbst 2024 vorgestellte Ace Pro 2 arbeitet mit einem 1/1,3-Zoll-Sensor (50 MP für Fotos) und einem 13mm-Weitwinkel (KB-äquivalent) mit f/2.6, das in Kooperation mit Leica entstanden ist. Das zentrale Verkaufsargument: 8K-Video bis 30p, ein Dual-KI-Chip für Rauschreduktion und Szenenerkennung sowie der “PureVideo”-Modus für bessere Low-Light-Aufnahmen. Dazu kommen 4K bis 120p, Active HDR bis 4K60 und eine 6-Achsen-Stabilisierung mit automatischem Horizon-Lock. Der 1.800-mAh-Akku lädt per 30-W-Schnellladung in unter 50 Minuten voll, die Kamera ist wasserdicht bis 12 Meter (ohne Gehäuse). Wer sich die Kamera kauft, wird sie vermutlich nicht nur zum Fotografieren, sondern auch Filmen verwenden.
Fujifilm GFX100RF
Okay, ich gebe zu, der Begriff “Kompaktkamera” wird mit der GFX100RF ordentlich gedehnt, aber streng genommen fällt die Mittelformatkamera mit ihrem fest verbauten Objektiv eben auch in diese Kategorie. Aufgrund des hohen Grundpreises fällt hier der Rabatt mit 500 Euro auch ordentlich aus: Bei Foto Erhardt kauft ihr sie so inklusive SD-Karte für “nur” noch 4.999 Euro.
Die Fujifilm GFX100RF kam im April 2025 auf den Markt. Das Konzept: ein hochauflösender 102-MP-Mittelformatsensor mit einem fest verbauten 35mm-Weitwinkel (28mm KB-äquivalent, f/4) in einem kompakten Gehäuse von 735 Gramm. Der Zentralverschluss arbeitet sehr leise, worüber sich Street- und Reportagefotografie besonders freuen dürften. Allerdings fehlt eine Bildstabilisierung. Ob das beim Fotografieren stört, verrät euch Kollege Jürgen in seinem ausführlichen Testbericht.
Ricoh WG-80
Große Würfe macht ihr mit der Ricoh WG-80 vermutlich nicht, aber dafür ist sie billig: Nur noch 247 Euro kostet die schwer kaputtbare Kamera bei Amazon derzeit und liegt damit rund 100 Euro unter der UVP.
Die Ricoh WG-80 kam Mitte 2022 als Weiterentwicklung der WG-70 auf den Markt und positioniert sich als Budget-Outdoor-Kamera. Technisch arbeitet sie mit einem 1/2,3-Zoll-Sensor (16 MP) und einem 5-fach-Zoom (28-140mm KB-äquivalent, f/3,5-5,5). Die Robustheit ist beachtlich: wasserdicht bis 14 Meter, stoßfest aus 1,6 Metern Höhe, druckfest bis 100 kg und frostfest bis -10 °C. Besonderheit ist der 1-cm-Makromodus mit ringförmiger LED-Beleuchtung rund ums Objektiv – praktisch für Nahaufnahmen unter Wasser oder in dunklen Ecken.
Allerdings zeigt die WG-80 ihr Alter: Kein 4K-Video (nur Full HD), keine optische Bildstabilisierung (nur digital) und ein kleines 2,7-Zoll-Display mit niedrig aufgelöster Anzeige. Die Bildqualität ist bei Tageslicht solide, bei schlechtem Licht aber deutlich verrauscht und weichgezeichnet.
Die WG-80 ist eine Option für alle, die eine günstige, robuste Zweitkamera für Baustelle, Schnorcheln oder Outdoor-Sport suchen und keine hohen Ansprüche an Bildqualität oder moderne Features stellen. Übrigens: Neuer ist zwar die WG-90, die ist aber teurer und bietet nicht wirklich Vorteile.




