News & Gerüchte

Leica SL3-P, erste Kamera von Godox und jede Menge Gerüchte (Wochenrückblick)

Was genau aht Leica mit der SL3-P vorgestellt? Und was hat es mit der ersten Kamera von Godox auf sich? Das schauen wir uns im Photografix-Wochenrückblick zusammen mit jeder Menge Gerüchte an!

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Die wichtigsten Foto-News der Kalenderwoche 27

RX10 V könnte Enttäuschung werden

Ich weiß gar nicht, ob ich folgenden Satz jemals im Wochenrückblick geschrieben habe, aber: “Fangen wir mal mit einer Bridgekamera an”. 

Tatsächlich scheint Sony die RX10 V als neue nicht-ganz-so-Kompaktkamera mit fest verbauten Objektiv und gewaltigem Zoom vorzustellen. Nachdem es so um den 26. Juni rum erste Gerüchte zu einer Präsentation im Juli gab, sollte das Erscheinungsdatum dann einige Tage später feststehen. Am 9. Juli soll Sony die Nachfolgerin der nun schon neun Jahre alten RX10 IV vorstellen.

Zusammen mit den konkreteren Infos kam aber auch eine eher ernüchternde Nachricht: Bei der RX10 V soll es sich nur um ein “sehr kleines Update” handeln. Die einzigen Neuerungen der Kamera sollen die Unterstützung für den NP-FZ100 Akku sowie ein neuer Prozessor sein. Letzterer könnte zwar für höhere Geschwindigkeiten und einen besseren Autofokus sorgen, Aspekte wie die Bildqualität oder der Zoombereich würden aber wahrscheinlich größtenteils gleich bleiben.

Das wäre durchaus enttäuschend für alle Fans der RX10-Serie, die nun acht Jahre gewartet haben. Und auch aus dem Grund, dass Sony ja nach wie vor Marktführer bei Sensoren ist und so hätte man im letzten Jahrzehnt ja auch sicher einen leistungsstärkeren 1-Zoll-Sensor entwickeln können.

Wie die RX10 V am Ende aussieht, erfahren wir schon bald. Ich werde Euch darüber informieren!

Leica SL3-P vorgestellt

Springen wir von Sony zur Leica SL3-P, die schon am 25. Juni präsentiert wurde. Eventuell habt Ihr also schon mitbekommen, worum’s genau geht. Ich halte mich also ein wenig kürzer.

Naja, im Grunde genommen könnte ich auch einfach einen Teil aus einem älteren Wochenrückblick kopieren. Denn die neue SL3-P gleicht zu großen Teilen der Panasonic Lumix S1R II.

So bekommen wir einen 44,9 Megapixel starken, rückseitig belichteten CMOS-Sensor, bei dem nun auch Leica auf einen Tiefpassfilter verzichtet. Er schafft bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang und nutzt zwei native ISO-Stufen. Per Multishot rechnet die Kamera auf Wunsch mehrere Aufnahmen zu Bildern mit 176,7 Megapixeln zusammen. Erfreulicherweise gleicht ein 5-Achsen-Bildstabilisator dabei bis zu fünf Blendenstufen aus. Das ist erstmal weniger als die acht Stufen, die Panasonic für die S1R II nennt – was allerdings auch an strengen Kontrollen bei Leica liegen kann.

Für den Autofokus kommt ein Hybridsystem zum Einsatz, das eine Phasendetektion, eine Tiefenkarte für die Objekterkennung und eine Kontrastmessung kombiniert. So kommt die SL3-P auf 819 Phasen-Messfelder und liegt über den 779 Feldern der SL3-S.

Dieser ist sie auch bei Videos überlegen: Denn Leica übernimmt die Videoeigenschaften von Panasonic und liefert 8K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, 8K Open Gate im 3:2-Format bei 24 Bildern pro Sekunde und 6K mit 60 Bildern pro Sekunde. Dabei muss Leica die Motiverkennung des Autofokus aber leider auf 30 Bilder pro Sekunde begrenzen. Nimmt man in den schnelleren 6K- und 4K-Modi auf, steht sie einem also nicht zur Verfügung.

Die größten Unterschiede im Vergleich zur Panasonic gibt’s dann aber beim Gehäuse und beim Preis. Erstmal verzichtet Leica auf das rote Leica-Logo auf der Vorderseite. Die SL3-P besteht komplett aus Magnesium und Aluminium und ist bei einem Gewicht von 768 Gramm ohne Akku nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Das 3,2 Zol große Touchdisplay auf der Rückseite ist neigbar, dafür gibt’s ein 1,28 Zoll großes Top-Display auf der Oberseite. Der elektronische Sucher löst mit 5,76 Millionen BIldpunkten auf.

In Jonathans News gibt’s noch weitere Informationen, ich habe sie Euch in den Shownotes verlinkt. Ich will nochmal kurz auf eine Sache eingehen!

Die Leica SL3-P wird in Deutschland hergestellt. Laut FAQ der Seite “Madeingermany.de” müssen dadurch diejenigen Schritte in Deutschland erfolgen, die das Produkt in seinen wesentlichen Eigenschaften prägen. Wer das nicht tut und sein Produkt trotzdem als “in Deutschland hergestellt” auszeichnet, handelt irreführend im Sinne von §5 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerbs.

Und das wird auch der Grund sein, warum die Leica SL3-P zum Marktstart 5.990 € kostet. Zum Vergleich: Die technisch sehr ähnliche S1R II kostet aktuell 2.411 Euro. Und die hat sogar ein rotes Knöpfchen auf der Vorderseite.

Canon R8 Mark II kommt wohl im September

Verzeiht mir diesen kleinen Scherz am Ende der letzten News: Kein Scherz – Canon soll die R8 Mark II nun endlich Anfang September vorstellen. Falls Ihr es nach all den Verschiebungen im Zeitplan vergessen habt: Die R8 II könnt eine Retro-Variante der R8 werden. Wie sie im Endeffekt heißt und was sie technisch bringen wird, wissen wir aktuell noch nicht. Als wahrscheinlicher Zeitraum für eine Präsentation steht aktuell die Woche ab dem 7. September im Raum. Da der Tag in den USA und Kanada ein Feiertag ist, gehen wir aber eher davon aus, dass wir die R8 II um den 10. September herum sehen.

FX5 könnte sehr spannend werden

Weitere Gerüchte gab’s in Sonys Videosparte. Zur FX 5 sind einige Informationen geleakt worden, zunächst stand dabei ein neu entwickelter Sensor mit globalem Verschluss im Raum. Diesen setzt Sony ja bereits bei der A9 III ein, die ich mir für ein Video hier auf YouTube einmal angeschaut habe. Für Videos hat ein “Global Shutter” den Vorteil, dass Rolling-Shutter-Effekte komplett wegfallen. Daher kommt er in vielen sehr teuren Cine-Kameras zum Einsatz, dementsprechend wäre er in der FX5 interessant gewesen.

Ende Juni widersprachen sich dann aber zwei Quellen in genau diesem Detail. Die eine sprach von einem globalen Verschluss, die anderen von einer anderen Baumarkt – und zwar einem Stacked-Sensor mit 16 Megapixeln, der ebenfalls wenig Rolling-Shutter aufweisen könnte.

Vergangene Woche ist noch ein erstes geleaktes Bild hinzugekommen. Hier sehen wir eine Bedienung, die sich an professionellen Videokameras der Venice-Serie von Sony orientiert. Wir sehen zum Beispiel eine False-Color-Taste und einen vergleichsweise großen Monitor. Die Menüstruktur sieht zudem auch völlig anders aus als das, was wir von Sonys Systemkameras kennen und die Auflösung von 5K in 3:2 weist auf Open Gate hin. Ein Auslesen des gesamten Sensorinhalts hat Sony in neuen Kameras wie der A7R VI ja bisher vermieden. Wäre ja wirklich interessant, wenn die FX5 das bekommt.

Darüber hinaus soll es dreifaches Basis-ISO geben, was für Sony ebenfalls ein Novum wäre. Hinzu kommt internes RAW-Recording im Format X-OCN LT, was wieder an ein Heranrücken der FX-Serie an die Venice-Kameras bedeutet.

Dementsprechend klingt es auch sinnvoll, dass Sony die FX5 wohl nicht als Nachfolger der FX3 sieht, sondern als völlig neues Modell. Genau sehen sollen wir sie wohl in der zweiten Julihälfte. Ich bin irgendwie sehr gespannt!

Godox stellt C100 als erste Digitalkamera vor

Schließen wir die Folge mal mit einer interessanten Idee von Godox ab. Eigentlich kennen wir den Hersteller ja für seine Blitzgeräte und Studiozubehör, dementsprechend finde ich es ganz interessant, dass er sich jetzt auf den Kameramarkt wagt.

Und zwar … Hiermit!

Die Godox C100 wiegt gerade einmal 65 Gramm und nutzt ein transparentes Display mit einer Lichtdurchlässigkeit von über 50 Prozent. Hier sehen wir einen Kompositionsrahmen, Aufnahmeparameter und den Akkustand und können Motive so besonders natürlich rahmen.

Aufnahmen sind dann aber digital in den Seitenverhältnissen 16:9, 4:3, 3:2 und 1:1 möglich und werden auf microSD-Karten mit bis zu 128 GB gespeichert. Die C100 kann zudem eine Doppelrolle als Belichtungsmesser einnehmen und den optimalen Belichtungswert für Analogfotos im zentralen Bildbereich ermitteln. 

Preislich ist die C100 in China für umgerechnet 25 Euro durchaus erschwinglich. Auf einen internationalen Preis warten wir noch … oder vielleicht auch nicht? Schreibt mir Eure Meinung gerne mal in die Kommentare!



Damit verabschiede ich mich und sage wie immer: „Bis zum nächsten Mal!“

Benjamin Lucks

Freiberuflicher Journalist, der einige Jahre Berufserfahrung aus einer Technik-Redaktion mitbringt. Da er seit seiner Jugend fotografiert, ist Photografix für ihn die lang ersehnte Doppelbelichtung aus Berufs- und Privatleben.