Sonstiges Olympus

Olympus Rückblick 2020: Ein Jahr mit vielen Fragezeichen

Olympus hat im Jahr 2020 einen neuen Weg eingeschlagen. Die Neuheiten wurden überschattet vom Verkauf der Kamerasparte.

Dieser Artikel gehört zu einer Artikelserie und ist Teil unseres Jahresrückblicks, in dem wir alle großen Kamerahersteller unter die Lupe nehmen und einordnen, wie sie sich im Jahr 2020 geschlagen haben.

Olympus Neuheiten im Jahr 2020

Für den Kamerahersteller Olympus hat im Jahr 2020 ein neues Kapitel begonnen. Die traditionsreiche Imaging Business Sparte gehört inzwischen nicht mehr zu Olympus, sondern wurde von der Investmentfirma Japan Industrial Partners gekauft und in ein neues Unternehmen überführt.

Als Kunde hat man davon in den letzten 12 Monaten allerdings nicht viel gemerkt. Olympus hat nämlich wie angekündigt neue Produkte auf den Markt gebracht und den Geschäftsbetrieb wie gewohnt weitergeführt. Insgesamt wurden drei neue Objektive sowie zwei neue Kameras auf den Markt gebracht.

Kameras

  • Olympus E-M1 Mark III
  • Olympus E-M10 Mark IV

Zoom-Objektive

  • Olympus 100-400mm f/5.0-6.3 IS
  • Olympus 150-400mm f/4.5 TC 1.25x IS PRO
  • Olympus 12-45mm f/4 PRO

Meine Meinung

An den fünf Neuheiten, die Olympus in den letzten 12 Monaten auf den Markt gebracht hat, gibt es nicht viel auszusetzen. Gerade die E-M1 Mark III ist eine ganz hervorragende Kamera und derzeit eine der besten und interessantesten Optionen im Micro-Four-Thirds-Bereich. Gleichzeitig ist sie aber auch keine DSLM, mit der Olympus besonders fortschrittlich oder innovativ ist. Da wurde im Vergleich zur Vorgängerin einfach hier und da etwas verbessert, vieles bleibt aber auch beim Alten. Deshalb fallen die Unterschiede zur drei Jahre alten Panasonic G9 auch überraschend gering aus.

Generell werden die ganzen Neuheiten in meinen Augen überschattet vom Verkauf der Kamerasparte an JIP. Dieser Verkauf ist inzwischen zwar über die Bühne gegangen, für mich gibt es aber trotzdem noch jede Menge Fragezeichen. Über allem steht natürlich die Frage, wie es mit Olympus in den nächsten ein bis zwei Jahren weitergehen wird. JIP hat in den letzten Monaten in Interviews immer mal wieder Grund zur Hoffnung gegeben, dass sie das Geschäft wie gewohnt weiterführen werden. Doch wird sich die Investmentfirma auch an diese Aussagen halten? Oder wird man vielleicht, wenn sich nach einigen Monaten nicht die gewünschten Erfolge einstellen, schnell zu drastischen Maßnahmen und Veränderungen greifen?

Mein Fazit: Ein wirklicher Sprung nach vorne ist Olympus im Jahr 2020 in meinen Augen nicht gelungen. Sie haben das gemacht was sie machen mussten, das haben sie gut gemacht – mehr aber auch nicht. Das nächste Jahr wird ein wegweisendes für Olympus.


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Sabrina

Habe gerade bei Foto Schuhmacher unter Fotowirtschaft 2020 gelesen: “Ein freundlicher Leser machte mich darauf aufmerksam, dass das Gebrauchtwaren-Portal ZOXS keine gebrauchten Kameras und Zubehör mehr entgegen nimmt. Alle meine Testverkaufsversuche bestätigten dies. Der Händler nimmt nur noch absolute Neuware an: In diesem Zustand ist in 2020 kein Gebrauchtankauf mehr möglich – nur als Neuware – Diese Kategorien kaufen wir in 2020 nicht mehr bzw. nur noch sehr sporadisch an! – Kameras & Objektive (Quelle). Dies betrifft selbst neueste (spiegellose) Produkte sowie Objektive aber auch Blitzgeräte etc. Der Gebrauchtmarkt lohnt sich somit zumindest für einige Händler nicht mehr.” Wenn das stimmt, was zu befürchten ist, dann will die große Masse der Bevölkerung schlicht keine Klötzer mehr, obwohl die mit entsprechendem Aufwand bessere Bildqualität bieten. Und es ist natürlich völlig absurd, was da bei den Klötzern an Preisen aufgerufen wird. Ja – es gibt Sachen, die kann das smarte Phone nicht gut oder gar nicht fotografieren. Das sind Motive in Bewegung und mit langer Brennweite. Aber bei den aufgerufenen Preisen und dann noch Problemen wie Justierungsfehler (Dezentrierung) überlegt man sich das dreimal, ob es wirklich sein muss. Und die große Masse der Bevölkerung hat politisch verursacht auch gar nicht das Geld,… Weiterlesen »

Henry

Es wundert mich nicht, dass der Gebraucht-Kamera- Markt überschwemmt wird mit älteren Kameras, egal welcher Marke und da auf Halde liegen, weil keiner die „alten“ haben will.

Wobei „älter“ relativ ist.

Zum einen sind Spiegelreflexkameras inzwischen völlig out. Also muss etwas Neues her, spiegellos natürlich, will man sich nicht als ewig Gestriger outen.

Zum anderen hauen die Hersteller in einer atemberaubenden Geschwindigkeit neue Modelle auf den Markt. Will man sie haben, müssen die „alten“ eben weichen.

Ein weiterer Punkt ist die Hinwendung zum Vollformat. MFT oder APS-C will kaum noch jemand haben, weil ohne „sahnigem Bokee“ und „geringem Rauschverhalten bei ISO 10000“ geht garnicht mehr. Also muss die MFT oder die APS-C weg.

Fragt sich bloß wohin mit den alten Schätzchen, die oft noch gar nicht so alt und noch voll funktionsfähig und eigentlich auch ganz gut sind – aber eben nicht mehr State of the Art. Man gibt sie in Zahlung oder verschleudert sie an Händler, für die es sich mal gelohnt hat, Gebrauchtkameras zu verkaufen.

Autos, die hier keiner mehr haben will, werden, glöaube ich, gerne nach Afrika exportiert. Ich weiß nicht, ob die auch unsere Kameras haben wollen. Ich fürchte – eher nicht.

Nicola

Politisch verursacht? was soll denn der Quark bedeuten?

Sabrina

Zum Beispiel Kürzung der Renten auf ca. 43% von ursprünglich ca. 67% des durchschnittlichen Brutto.
Hartz-IV-Aufstocker, Leiharbeit, die bei gleicher Routinetätigkeit schlechter bezahlt wird als Tarif-Festangestellte, niedrigere Eingruppierungen …, Corona-Lockdown – Unternehmen für November versprochene Hilfen des Bundes auf Januar verschoben, höchste Energiepreise Europas, enorme Steuer- und Abgabenlast, unproduktive Berufe florieren: Steuerberater, Psychotherapeuten, Anlageberater, Rechtsanwälte, Zahnärzte, Selbstbeschäftigungs-Steuerbürokratie, Masken-Kontrolleure…

Nicola

Also eigentlich liegt in Deutschland das Durchschnittseinkommen bei ca. 48.000. Das macht uns zu einem ziemlich reichen Land. Und Psychotherapeuten und Zahnärzte zu unproduktiven Berufen zu zählen finde ich mehr als grenzwertig. Das letzte Wort lässt mich erahnen, in welche Richtung du tickst. Damit hat sich jede weitere Diskussion für mich erübrigt. Trotzdem einen guten Rutsch und weiterhin Spaß an der Fotografie.

winfried

Wo kommen solche Berichte/Rechnungen nur immer wieder her ? Da müßten ja viele sehr viel mehr verdient haben (oder unverdient) für mich mit , habe bei weiten nicht die hälfte davon bekommen! Na dann reiches Deutschland ! aber soll es nur bedeuten ?

Fleischwolf

Ist ja nur ein Durchschnittswert. Wenn man sich mal die Vermögensverteilung ansieht, kann man sich schon vorstellen, wie solche Werte zustande kommen. Da verfügen 10% über 60%, 10% haben nix und weitere 10% sind überschuldet. Die restlichen 70% teilen sich den Rest. Zahlen von 2014, keine Ahnung, wie genau die sind. Und ja, mir ist schon bewusst, dass man nicht unbedingt von Gehalt auf Vermögen umrechnen kann.

Jürgen Saibic

Wenn man sieht, welche Kameras hier die Kommentatoren laufend neu kaufen, dann müssen 90 % der Deutschen Aldi heißen oder Maskenkontrolleure sein.

Sabrina

Es gab da mal ein Film über das Durchschnittseinkommen von Heilbronn. Das war wohl das höchste in Deutschland. Ursache: Dort wohnt Familie Schwarz, also der Besitzer von Lidl.

Jürgen Saibic

Man kann auch mit ganz billigen Kameras hervorragende Fotos machen. Die kann sich auch ein Rentner mit Minirente leisten, wenn er wirklich am Fotografieren interessiert ist.

Joschuar

und Nicola: Das mit der Statistik in der Politik, ist Politik und sonst nichts !! Ein Durchschnittsgehalt zu errechnen inkl. der Superverdiener, muss immer zu utopischen Verdiensten führen. Abzüglich der Ehrenämter nur noch die Hälte.
Abzüglich der Mehrfachversteuerrungen und der Miete eine effektive Kaufkraft bei dem Vormarlo im verhältin der
EU-Bevölkerung sind wir Schlusslicht. Und somit sind wir wiedermal völlig vom Thema abgekommen !!!

Robin

Eigentlich verdirbt 1 2 3 meins die Preise.

Alfred Proksch

Aus meiner bescheidenen Sicht ist der Verkauf an JIP der Einschnitt schlechthin. Er zeigt das der bisherige Besitzer kein Vertrauen in sein Produkt Linie hatte sonst hätte er sie nicht verkauft. Gewinn ist durch die Veräußerung ebenfalls nicht entstanden.

Was JIP wirklich damit will ist Geld machen. Investoren wollen das immer. Das 5 neue Produkte platziert wurden ist dem Umstand längerfristiger Planung zu verdanken.

Im neuen Geschäftsjahr (beginnt in der japanischen Wirtschaft später) befürchte ich extreme Verschlankungen und den Abbau von Serviceleistungen. Mit etwas Glück bleiben 3-4 Kameras übrig. Möglich ist ein „kaufmännisches“ abgespecktes Modell um die Auslastung der Produktionsanlagen zu fördern. Die Olympus Objektive sind allesamt sehr gut, manche davon sogar echte Sahne Stücke.

Ob JIP mit dem MFT Partner/Mitbewerber Panasonic gesprochen hat möchte ich gerne wissen! Meines Erachtens wäre eine Übereinkunft in Teilbereichen für beide MFT Hersteller überlebenswichtig.

Sabrina

Zu der Zeit, als ich mich letztlich für die EOS M3 von Canon entschied, hatte ich mir auch Olympus angeschaut. Das hätte ich mir gern gekauft. Aber beim Preis von 1400 Euro für das Zuiko Ultraweitwinkel habe ich das dann gelassen, zumal das Rauschen in schattigen Bereichen leider auch etwas größer war als bei der EOS M3.
Solange man auch mit kleinen Stückzahlen noch vernünftig wirtschaften kann, wird man es sicher am Leben erhalten. Die großen Stückzahlen der Vergangenheit kann man nicht mehr erreichen, auch weil der Markt gesättigt ist.

Robin

Olympus hatte wohl keine Lust mehr auf Kamera.
Panasonic macht sein Ding, siehe S5 und BGH1.

Markus B.

Auch wenn der Markenname weitergeführt wird. Olympus ist für mich tot. Ich halte es für völlig unrealistisch, dass eine Firma JIP, die das Kamerageschäft wirtschaftlich weiterführen soll, über hochpreisige exclusive Kameras den Laden wieder zum Laufen bekommt. Der Preisverfall bei Olympus war zuletzt massiv und hinzu kommt eine stagnierender Markt mit hohem Wettbewerbsdruck. Mein Vorhersage für 2021: Das kann und wird nicht funktionieren. Die Marke wird weiter ausgeschlachtet und früher oder später verschwinden die Premiumprodukte unter Olympus-Label. Danach wird der Markenname verramscht und wir finden den Namen auf Billigknipsen im Discounter wieder…

Thorsten

Als Auch-MFT-Fotograf, empfinde ich den Einschnitt besonders heftig.
Aber als Realist teile ich deine Einschaetzung in einem schrumpfenden Markt

Sabrina

Wer soll Billigknipsen in Discounter kaufen? Da sind mittlerweile die Smarties zumindest bei unbeweglichen Motiven besser.

Robin

Nu, der Markenname kann nicht verramscht werden, weil JIP den nicht bekommt.
Und we sich jetzt mit Olympus Teilen eindeckt macht einen guten Fang.

Thorsten

Ich würde warten, die Preise fallen sicherlich weiter.

Joschuar

Ach wie gut das niemand weiß,
wo Du herkommst und Du heißt !
Aber ich es besser weiß,
das Du Rumpelstielschen heißt !! LOL

Cat

Olympus = verbranntes Land.
Für Reisen und Spezialaufgaben mit langen Zeiten mag ich meine mFT Geräte trotzdem sehr gerne – aber dem Management von Olympus kann ich fast nur die Pest wünschen – so wie sie die Kunden immer und immer wieder verarscht haben – gut das die weg sind.
Mal sehen ob JIP sich an einen neuen Sensor traut und da etwas retten kann – ich fürchte nein.
Weil selbst Panasonic hängt ja durch und fällt nicht genug zu mFT ein.
Canon könnte den ganzen kleinen Sensoren mit Wechselbajonett die Daseinsberechtigung entziehen – R7. Und Nikon und Sony werden es ihnen gleichtun.