Kameras Olympus

Olympus beantwortet Fragen zur Zukunft der Kamerasparte

Olympus hat sich in zahlreichen Interviews zur Zukunft der Kamerasparte geäußert. Wir fassen die wichtigsten Aussagen zusammen.

Olympus Kamerasparte soll Ende des Jahres 2020 verkauft werden, das dürften inzwischen die meisten mitbekommen haben. Der Käufer heißt JIP, eine Investmentfirma aus Japan, und beide Seiten haben bereits eine Absichtserklärung für den Verkauf unterzeichnet. Da der endgültige Transfer der Imaging Division von Olympus zu Japan Industrial Partners aber noch aussteht, gibt es – gerade für uns als Außenstehende – nach wie vor jede Menge Fragen, wie es in Zukunft mit Olympus weitergehen wird.


Alle Artikel zum Thema:


In den letzten Tagen hat sich Olympus mit verschiedenen Magazinen und Journalisten über die Zukunft der Kamerasparte unterhalten. Wir haben die wichtigsten Aussagen für euch herausgesucht und ins Deutsche übersetzt.

Olympus glaubt ein eine positive und bessere Zukunft

Beginnen wir mit einigen allgemeinen Aussagen, die Setsuya Kataoka, VP of Global Strategy von Olympus, im Gespräch mit DPReview getroffen hat:

„Zunächst möchte ich betonen, dass der Verkauf der Imaging Division nicht bedeutet, dass wir uns aus dem Imaging-Geschäft zurückziehen werden. Wir werden weiterhin einzigartige und spannende Produkte anbieten. […] Wir glauben, dass sich die Übertragung der Kamerasparte positiv auf unser Imaging Business auswirken wird.“

„In all unseren Gesprächen über den Verkauf stand immer die Zufriedenheit der Nutzer an erster Stelle.“

„Ich denke, die Kameramarke Olympus wird in einem Jahr besser dastehen als jetzt. Unser Produktionsteam, unser R&D-Team sowie Vertrieb und Marketing – alle unsere Teams arbeiten hart daran, dies zu erreichen.“

Laut Olympus wird der Verkauf für bestehende Olympus Kunden auch keinerlei Einfluss auf Support, Garantie und Reparaturen haben:

„Bitte seien Sie versichert, dass es in diesem Bereich keine Auswirkungen geben wird. Ich möchte, dass unsere Kunden darauf vertrauen können, dass ihre Produkte auch in Zukunft unterstützt werden.“

Welche Produkte werden in Zukunft erscheinen und wer wird sie produzieren?

Olympus möchte den eigenen Aussagen zufolge also auch noch in den nächsten Jahren „einzigartige und spannende Produkte“ anbieten. Dazu äußert sich das Unternehmen auch noch etwas genauer:

„Wir werden diese Vorteile weiter verfolgen und kompakte, leichte MFT-Systemprodukte entwickeln, die auf die Bedürfnisse von Fotografen in den Genres ausgerichtet sind, in denen unsere einzigartigen Funktionen besonders gut zur Geltung kommen, wie z.B. in der Tier-, Vogel-, Makro- und Landschaftsfotografie.“ | (Olympus im Gespräch mit 42 West)

Kleiner soll das Lineup von Kameras und Objektiven dabei nicht werden, allerdings plant Olympus, sich mehr als zuvor auf den High-End-Bereich zu konzentrieren:

„Wir werden uns mehr denn je auf den High-End-Markt konzentrieren. Es mag aus strategischen Gründen einige Änderungen an der Produktpalette geben, aber wir haben nicht vor, einfach nur die Anzahl der Produkte zu reduzieren.“

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, wer genau Kameras und Objektive denn produzieren soll, sobald die Kamerasparte an JIP übertragen wurde:

„Die zukünftige Produktion [von Kameras und Objektiven] wird noch geprüft, so dass ich im Moment noch keine Einzelheiten nennen kann, aber seien Sie bitte versichert, dass es keine Probleme mit der Produktion geben wird, was auch immer geschieht. Die Produktion der bestehenden Produkte wird fortgesetzt.“

Auch im Gespräch mit Imaging Resource bestätigt Olympus diese Aussage nochmal:

„Bitte seien Sie versichert, dass es keine Probleme mit der Produktion geben wird.“

Darf der Name Olympus weiterhin verwendet werden?

Und wie sieht es mit dem Namen Olympus aus? Darf der denn in Zukunft noch von JIP verwendet werden? Da gab es ja zuletzt Gerüchte, dass das nicht der Fall sein wird:

„Der Name Olympus bleibt zum Zeitpunkt der Übertragung erhalten. Der Name wird wahrscheinlich nicht für immer verwendet werden, aber diese Entscheidung wird in der endgültigen Vereinbarung zwischen Olympus und JIP getroffen.“ | (Olympus im Gespräch mit 42 West)

Bei den Äußerungen von Olympus könnte grundsätzlich der Eindruck entstehen, dass die Kamerasparte auch in Zukunft noch von Olympus geleitet wird. Trotzdem soll aber die komplette Kamerasparte an Japan Industrial Partners übertragen werden:

„Der Transfer [an JIP] wird alle Produktkategorien umfassen, die derzeit von unserer Imaging Division verwaltet werden.“ | (Olympus im Gespräch mit Explora)

Wann findet der finale Verkauf statt?

Zum weiteren Zeitplan macht Olympus folgende Angaben:

„Ausgehend von unserem derzeitigen Zeitplan werden wir, wenn alles reibungslos verläuft, im September eine endgültige Vereinbarung [für den Verkauf] haben, und das neue Unternehmen wird im Januar 2021 gegründet.“

Grundsätzlich gebe es für die Kunden aber keinen Grund zur Beunruhigung:

„Keine Panik. […] Unser Kamerageschäft ist ziemlich stark.“ | (Olympus im Gespräch mit Amateur Photographer)

Meine persönliche Meinung

Ich möchte sehr gerne daran glauben, dass Olympus durch den Verkauf wachsen, gedeihen und zu alter Stärke zurückfinden wird. Aber für mich lesen sich die Aussagen teilweise erzwungen positiv. Man weiß noch nicht, wer Kameras und Objektive in Zukunft produzieren wird, aber als Kunde soll man sich bereits zu 100 Prozent sicher sein, dass der Verkauf keinen negativen Effekt auf die Produktion haben wird? Wie passt das zusammen?

Vor ein paar Monaten sollte man sich laut Olympus als Kunde ja auch überhaupt keine Gedanken darüber machen, dass die Kamerasparte möglicherweise verkauft wird. Ein paar Monate später: Zack, Kamerasparte verkauft. Da habe ich persönlich zu Teilen einfach das Vertrauen in die offiziellen Aussagen von Olympus verloren.

Insofern: Ja, es gibt Grund zur Hoffnung – und das ist gut! Aber ich gebe am Ende des Tages nicht sonderlich viel auf diese offiziellen Aussagen und bleibe aktuell bei meiner Einschätzung aus dem Artikel „Olympus: Neue Chance oder Weg in die Bedeutungslosigkeit“: Ich glaube momentan nicht daran, dass wir in Zukunft ein gestärktes und besseres Olympus sehen werden als in den letzten Jahren. Selbstverständlich lasse ich mich da gerne eines Besseren belehren. Aber dazu muss Olympus auf diese positiven Aussagen erstmal Taten folgen lassen.

Wie beurteilt ihr die Aussagen von Olympus?

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Cat

High End – also japanisches Leica?

Das wird nichts.
Dazu brauchen sie viel bessere Sensoren.

Johann

??? Leica ist doch nicht wegen der (Sony) Sensoren „High End“, sondern wegen dem Marketing.

Ingo

Hi Johann, du meinst Sony ist ein großer Hype wegen dem Marketing?
Du hast geschrieben, Leica sei High End wegen dem Marketing. Das Budget bei Leica dürfte nicht so hoch sein, damit einen Hype erzeugen zu können.
Abgesehen davon hat Leica zum einen den Ruf durch die Geschichte der Firma (Erfinder des Kleinbild-Formates für die Fotografie bei gleichzeitiger Entwicklung hochwertiger Optiken und eines sehr schnellen Gehäuses).
Zum anderen unterscheidet sich Leica tatsächlich auch heute noch sowohl von der Wahl der verwendeten Materialien, vom Herstellungsprozess als auch von der überragenden Qualität der Optiken her von anderen Herstellern, die sicher optisch aufgeholt haben.
Deshalb habe ich es so verstanden, daß du Sony mit dem Marketing meinst?

Gabi

Klein, leicht und Vollformat. Telezentrische Objektive (das kann Olympus) und manuell scharfstellbar. Hybridsucher (optisch) mit Einstellhilfe (elektronisch eingespiegelt). Das wäre für mich Olympus im digitalen Zeitalter.

Finny

… also japanische „Leica“?!

Thomas Dittel

Klein, Leicht und Vollformat? Das schließt sich wohl eher ein bißchen aus wenn es noch hochwertig verarbeitet sein soll. Hoffentlich rennt Olympus nicht dem Trend Vollformat hinterher.

Robin

Das würde alles nur Sinn machen, wenn Olympus einen gehörigen Anteil, an seiner Kamerasparte behält. JIP könnte als Geldbeschaffer oder fürs Grobe zuständig sein (Leute rauswerfen) und Olympus übernimmt dann wieder. Beispiel könnte sein, der Rückkauf von Aktien? von Sony. Jedenfalls ist man fieberhaft um Schadensbegrenzung bemüht, was schwerfallen dürfte.
JIP hat auch so ein Waschi Wischi Statement gegeben.
Gibt es bisher ein Unternehmen, das besser dastand nach der JIP-Behandlung?
Ach ja Sony. Die waren glücklich ihre Vaios los.

Robin

Call a dead horse, a dead horse.
And remember, I’m lovin it – mFT.

daniel

wenn jip endlich die fehler beseitigt die ich in olympus sah, sehe ich eine gute chance. die lüge, daß olympus nicht verkauft würde, schadet der ganzen sache sehr. da hätten sie damals besser geschwiegen.

klar ist, daß die gemachten aussagen noch immer keine klarheit bringen. das sind beide unternehmen dem kunden schuldig.

ich glaube aber auch, daß die meisten kunden davon garnichts mitbekommen. nicht jeder liest fachzeitschriften oder googelt was sein kamerahersteller plant.

BEN

Ich werde daraus im Moment auch nicht schlau. Verkauf bedeutet nach meinem Verständnis keinen Zugriff mehr auf den verkauften Gegenstand, da dieser in den Besitz eines anderen übergeht. Warum sollte JIP etwas kaufen, worauf der alte Besitzer noch Einfluss nimmt. Und wenn Olympus noch weiter Kameras herstellen will, können sie ja nicht die gesamte Imagesparte verkauft haben bis dahin. Alles sehr kryptisch, was da unter die Leute gebracht wird. Beruhigend finde ich es auch nicht unbedingt, weil man ja Eins und Eins zusammen zählen kann, und wenn einem dann einer Drei als Lösung verkaufen will, macht die Logik nicht mehr mit. Die Fragen der Kunden werden keinesfalls durch die Verlautbarungen beantwortet. Es kommt mir so vor als würde man einem verunsicherten Menschen sagen, „Alles wird gut.“ Der Mensch möchte aber wissen, wodurch alles gut werden sollte. Das zu erklären, würde die Unsicherheit nehmen, nicht das plakative „Alles wird gut.“ Das kann eine Mutter ihrem kleinen Kind sagen, aber nicht eine Firma, die einen Haufen verunsicherte Kunden hat.

Martin Berding

Eigentlich nicht schwierig zu verstehen, JIP kehrt zuerst mit dem eisernen Besen aus. Das betrifft das Personal und das Programm. Das wird der 1. Schritt sein. Der 2. Schritt beinhaltet das Rausbringen von Highend Produkten bzw. Beibehaltung von OMD und Zuiko. Vielleicht noch eine weitere im oberen Preissegment, dann schauen, wie die Käuferreaktion ist. Der 3. Schritt ist die Umbenennung von Olympus in XYZ oder so. Das alles muss möglichst behutsam und unauffällig passieren, Kunden dürfen nicht mehr als unbedingt nötig verunsichert werden. Vom Personal, das bis jetzt noch bei Olympus arbeitet, wird vielleicht nur ein kleiner Stamm übrig bleiben, die Leistungsträger. Immer im Auge behalten, JIP wird antreten, um mit einer bis jetzt unrentablen Geschichte Geld zu verdienen. Das geht nur, wenn Abläufe verschlankt und alle unnötige Kosten vermieden werden. Denkbar ist sogar, dass man für F&E ein externes Ingenieurbüro engagiert, dieses kann notfalls wieder abgekündigt werden. Ach ja, der Handel, fast vergessen. Kündigungen von Händlerverträgen und das Anbieten von neuen Konditionen sind überall gängige Praxis. Das von mir geschriebene klingt vielleicht duster, aber die Leute von JIP sind Kaufleute und haben kaufmännisch jede Menge drauf. In anderen Produktbereichen, wie z.B. Autoindustrie oder Haushaltsgeräte ist das nicht anders. Die… Weiterlesen »

BEN

Naja, ein paar Fragen blieben dabei schon noch. Olympus hat den Verkauf (d.h. Aufgabe der Verantwortung) und die Umbenennung ja schon angekündigt und redet andererseits davon, dass Olympus selbst High-End-Geräte weiter entwickeln will. Das steht im Widerspruch, es sei denn, die Verbindung der beiden Firmen Olympus und JIP bleibt längerfristig enger als vermutet. Normalerweise birgt es ein größeres Risiko für einen Käufer, wenn er dem alten Besitzer noch ein Mitsprache- und
-entscheidungsrecht einräumt. Es erscheint mir daher nicht unlogisch, dass JIP für Olympus die Drecksarbeit der Umstrukturierung unternimmt und sich Olympus danach einen Rückerwerb vorbehällt. Natürlich das Ganze nicht zum Schaden von JIP. Es kann eigentlich dabei nichts schlimmes passieren für beide Beteiligten, eine Win-Win-Situation.

Olli P.

Auf die offiziellen Verlautbarungen und Ankündigungen seitens Olympus gebe ich einen weniger als gar nichts.

Tom

Ich würde die Aussagen ja gerne glauben, aber allein diese hier

„Der Name Olympus bleibt zum Zeitpunkt der Übertragung erhalten. Der Name wird wahrscheinlich nicht für immer verwendet werden, aber diese Entscheidung wird in der endgültigen Vereinbarung zwischen Olympus und JIP getroffen.“

ist schon wieder merkwürdig und sagt nichts aus. Der Name bleibt, aber vielleicht doch nicht, aber eigentlich muss man es erst noch verhandeln ????

Hans maier

D.h. sie dürfen den Namen solange verwenden wie die JIP Strategie zum Olympus Markenimage passt. Sobald sie die Strategie fahren wollen Olympus Billiggeräte zum verramschen werden sie die Verwendung untersagen. (Beispiel Polaroid Ramschartikel).

joe

Da ich selbst bei einer due dilligence dabei war, weiss ich, dass der Verkauf/Kauf einer Sparte nicht ganz so simpel ist wie der Kauf einer Krawatte. Da sind noch viele rechtliche Dinge zu klären und es wird gepokert bis zum Schluss. Und bevor nicht unterschrieben ist, ist noch nichts in trockenen Tüchern.

Donat Kamber

Also der Verkauf kann locker noch platzen.

Markus B.

Also ich lasse mich auch gern positiv überraschen. Aber um sich auf das Premium-Segment zu konzentrieren, braucht man einen Markennamen und neueste Technologie. Die neueste Technologie kostet viel Entwicklungsgeld. Wo soll das herkommen? Olympus verkauft die Sparte, weil sie selbst kein Geld haben. Wie soll hier die Zusammenarbeit zwischen Olympus und JIP aussehen? Vielleicht fehlt mir allein die Vorstellungskraft und der Glaube, aber ich habe grosse Zweifel…

Martin Berding

Die Fotosparte beträgt 5% des Gesamtkonzerns, der sehr profitabel ist. Es wird lediglich das gemacht, was im Prinzip überall passiert. Ein unrentabler Sektor wird durchleuchtet, danach entweder wieder profitabel gemacht oder entsorgt, was da gerade passiert. Es geht auch nicht um Auflösung oder Bilder pro Sekunde. Wahrscheinlich haben die wenigsten bei JIP überhaupt mal ein Foto mit einer Fotokamera gemacht. ES GEHT UM GELD. Wenn JIP es schafft, das ganze zum Erfolg zu führen, würde mich das doppelt freuen. Olympus hätte es sich leisten können, die unrentable Fotosparte zu behalten und selbst wieder in die Pluszone zu bringen, das hätte auf jeden Fall deren Image verbessert.

BEN

„Olympus hätte es sich leisten können, die unrentable Fotosparte zu behalten und selbst wieder in die Pluszone zu bringen, das hätte auf jeden Fall deren Image verbessert.“

Genau darüber denke ich ja auch nach, warum es Olympus eben bisher nicht gepackt hat und es sich offensichtlich auch nicht mehr selbst zutraut. Hat es vielleicht doch etwas mit der bevorstehenden Einsparungs- und Entlassungspolitik zu tun? Vielleicht fürchet man eben auch einen Imageverlust auf Gesamtkonzernebene. Da braucht es jemanden, der mit alledem Erfahrung hat und der nicht unbedingt auf Imagepflege angewiesen ist. Fakt ist jedenfalls, dass Olympus verlautbaren ließ, dass sie auch zukünftig in Kameras investieren und sich auf den High-End-Sektor konzentrieren wollen. Deshalb muss entweder diese Aussage die Unwahrheit sein oder der Totalverkauf der Imagesparte nebst perspektivischer Namensverweigerung als Olympus – Kameras ist nicht die volle Wahrheit. Beides zusammen wäre ein sehr eigenartiges Konstrukt mit logischen Brüchen. Wenn man die Verlautbarungen bisher so durchliest, kommt es einem so vor, als haut man völlig unausgegorenes Zeug heraus, um Aufregung zu vermeiden.

Donat Kamber

High-End und Premium-Segment könnte funktionieren. Aber dann würden die Produkte nicht 50% teurer sondern 100%.
Die Knipser steigen definitiv auf Handys um und die echten Hardcore-Photographen sind bereit zu zahlen, weil sie ihrer Leidenschaft nicht einfach so abschwören können und wollen.

Hans maier

Die Strategie ist an sich gut: Makrofotografen und Landschaftsfotografen profitieren von der hohen Tiefenschärfe, für die ist 4/3 gut geeignet. Tierfotografen vom 2.0 Crop, diese erhalten leichte und bezahlbare lange Telebrennweiten. Die Consumer mit kleinem Geldbeutel benutzen jetzt das Smartphone oder bedienen sich bei den kleinen Fuji APS-C Kameras im Retro Look. Letztendlich ist die zukünftige Zielgruppe schon richtig definiert worden, nur wird die Belegschaft schlicht zu groß sein für die kleinere Zielgruppe deshalb wirds sicherlich Entlassungen geben. In Japan kündigt man nicht gern, deshalb ist klar das hier JIP ran muss um brutal aufzuräumen.

Die Marktlücke ist da, es fragt sich nur ob sie groß genug ist und genug Kapital in den Umbau gesteckt wird.

BEN

Genau, das ganze Drumherum könnte schon darauf hin deuten, dass JIP nur der Sanierer wird und dass sie am Ende an Olympus zurück verkaufen. Dafür werden sie was von dem gesparten Geld von Olympus bekommen und müssen keine weiteren Risiken eingehen. Das wäre für mich ein logisches Szenario, was dem kryptischen Geschwurbel von Olympus ein wenig Sinn geben würde.

Hans maier

Ja, das könnte ich mir auch vorstellen.

Alfred Proksch

@BEN hat ein wahrscheinliches Szenario beschrieben. Die gesammelten Aussagen sind nichts als Beschwichtigungsversuche.

High-End-Markt sind für mich erlesenes Voll- oder Mittelformat. MFT ist selbst mit allen Tricks und verbessertem Sensor eine Alternative zum APS-C ab dann hat die Gaudi ein Loch.

Ohne den Namen Olympus sind die Dinger nichts anderes als die schon vergessene MFT Kamera YI M1 des chinesischen Herstellers Xiaoyi Technology aus Schanghai. Die Kamera mit einem 20 Megapixel Sony Sensor bekommt man in der Bucht für 140,- Euro!

Für eine umetikettierte Pen-F würde ich keine 400 Euro bezahlen wollen, hat JIP als Investor überhaupt ein Image und wenn ja welches?

Einfach abschließen und den Schlüssel wegschmeißen!

Martin Berding

Hallo Alfred, irgendwie ist es so wie du schreibst. Frage ist nur, bleiben die anderen bei der Stange oder wird hie und da was geplant, was irgendwelchen Firmen Geld einbringt aber dem Kunden nichts bringt? Meine Hoffnung liegt ja bei Fuji, meine persönliche Interesse, weil das mein System ist. Fuji ist, wenn man den Geschäftsberichten glauben darf, auch bei der Fotografie finanziell vernünftig aufgestellt. Woran alle knabbern sind die Corona Auswirkungen.
Yi war mir unbekannt, hatten die einen deutschen Vertrieb?

Nihat Parlatan

Das klingt danach, dass Olympus/JIP die TG und die PEN Serie schließen wird oder nicht ?
Ansonsten packen die was geht an Funktionen in die Gehäuse und reduzieren die OM-D Palette.
M10 wäre hier sehr wahrscheinlich davon betroffen.
Es blieben M5 und M1.

Nihat Parlatan

Bahnbrechendes wird es aber wohl nicht mehr geben, höchstens evolutionäre Produktpflege. Hin und wieder käme ein neuer Sensor rein.

oriwo

… da kann man nur noch müde lächeln. In den 90gern hat Olympus sang und klanglos die SLRs eingestellt und seine Kunden im Regen stehen lassen.

FourtThirds wurde mit grossen Erwartungen im im neuen Jahrtausend gestartet und dann später Micro FourtThirds geopfert und auch hier hieß es gehe weiter.

Wer da noch viel auf die Aussagen gibt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Spannend bleibt aber nun die Frage, was passiert bei Panasonic mit mFT? Bleibt man da im Geschäft oder geht es hier nur noch mit Kleinbild weiter?

Sollte auch Panasonic mFT beerdigen, wäre das bitter für die Nutzergruppe.

VG
oriwo

Pa Teese

Spannend bleibt aber nun die Frage, was passiert bei Panasonic mit mFT? Bleibt man da im Geschäft oder geht es hier nur noch mit Kleinbild weiter?

Genau das ist der Punkt.
Wer weiß, vielleicht wird Panasonic der nächste Kandidat, der an JIP verkauft

Cat

Das Panasonic da aufgibt fürchte ich nicht. Die bedienen ein paar High-End Kunden mit dem L Bajonett – doch der Schwerpunkt bleiben mFT Entwicklungen. Einige Vorteile von mFT sind ja zuletzt ins Hintertreffen geraten, weil Anwender wie ich bessere Griffigkeit und mehr Akku-Power u eingebaute Sucher gefordert haben. Aber, mFT kann erheblich kleiner bauen und am Ende auch über Canon bei Bildstabilisator und Staubreduzierung triumphieren. Und es gibt ja viele weitere Anwendungen für mFT – FILME, Drohnen, UWasser, Forschung etc. Das Einschiessen auf Tierfotografie war von Olympus einfach denkbar dumm und die X dann die Krönung! 1. Es lassen sich nicht genug Fotofans ein X für ein U vormachen und sich mit teuren Produkten, die weniger leisten abspeisen. Wann immer sich ein Motiv bewegt und kurze Belichtungszeiten notwendig sind, ist VF 2 Blenden im Vorteil – immer! 2. wird diese Zielgruppe C&N treu bleiben u allenfalls S nutzen – weil hochlichtstarke Objektive unverzichtbar sind, die es für mFT nicht gibt u teilweise gar nicht geben kann – erst ein 2.0/300 mm könnte halbwegs den Unterschied zu VF wett machen. Selbst ein 4/300 mm, zwar achön scharf, aber schwer, teuer und niemals mit 600 mm VF bei hochauflösendem Sensor ab 1600… Weiterlesen »

Ingo

Hallo Cat.
Ja, und Olympus will ja auch im Hochpreissegment weiter expandieren, also ähnliche Strategie, wie sie es bereits mit der X versucht haben.
Was Panasonic betrifft, glaube ich nicht, daß ein einziger Hersteller Sony dazu bewegen kann, weiter neue MFT Sensoren für die Fotografie entwickeln wird. Das funktioniert nur, wenn Olympus auch weiterhin in die Zukunft des MFT Systems investiert und eine höhere Menge an Sensoren von Sony erwirbt.

Tom

Ja, Olympus glänzte in der Vergangenheit leider nicht mit Ehrlichkeit.
Aus diesem Grund gebe ich auf diese Aussagen auch absolut gar nichts.

Heiko

Zuerst hat Olympus die Pen FT-SLRs eingestellt. Dann gab es für ca. 1 Jahr die FTL mit M42-Anschluß, sie wurde eingestellt. Dann kam die OM. Eingestellt. Dann die OM autofocus. Eingestellt. Dann kam FT. Eingestellt; die Sache mit den Adaptern läuft nicht so toll, ich habe es selbst ausprobiert.
Beim Reparaturservice wurde herumexperimentiert. Wo werden die Geräte jetzt repariert? Meines Wissens ist die Sache mit Prag auch schon wieder beendet. Dazu die „Pauschalen“ auch für Kleinigkeiten …
Vor kurzer Zeit bestätigte Olympus, daß ein Verkauf der Fotosparte nicht in Frage käme; sie wäre wichtig für die Medizinsparte. Jetzt wird die Fotosparte verkauft. Dazu nebulöse Äusserungen zur Zukunft.
Sollte es noch jemanden geben, der sich auf Aussagen von Olympus verläßt?

Vielleicht, nur vielleicht wird es besser, wenn JIP das Ruder übernimmt und den Managern von Olympus Hausverbot erteilt.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Martin Berding

Hallo Heiko, also kann man nur noch erwarten, dass da im Prinzip nichts mehr passiert. Es war schon ein ziemliches Hin und Her bei Olympus. Verlassen kann man sich auf gar nichts, das ist bei anderen nicht anders. Reparaturen sollte man im Allgemeinen in der Servicewüste D vermeiden, bringt nur Ärger. In klaren Worten, alles was es jetzt von Olympus gibt, hat null Wert. Die Statements von Olympus haben nur einen Zweck, dem Kunden einzutrichtern, dass alles gut ist und besser wird. Die Wirklichkeit sieht anders aus, Händler werden ihre Lagerbestände abverkaufen und sich dann von der Marke verabschieden in der Hoffnung auf ausbleibende Garantiefälle. Eine ehemals großartige Marke ist Geschichte geworden, die Kunden um ihr Geld gebracht. Die Vitrine füllt sich.

Emil

Mit guter Stimmung noch den rest der Lagerhaltung verkaufen, die Produktion/Sparte ( Werterhaltung) am laufen halten bis diese tatsächlich verkauft ist.
Danach klopft sich Olympus auf die Schulter für den gewinnbringenden Verkauf der maroden Sparte.

Tom

Ich bezweifle, dass sie die Sparte gewinnbringend verkaufen, denn Investmentfirmen geben nie zu viel Geld aus, wenn sie sich auf ein Opfer stürzen.

Martin Berding

Könnte mir vorstellen, dass noch Geld mit gegeben wird um den Kram loszuwerden.

Sabrina

Ich finde die Aussagen, dass nicht klar ist, wie lange der Name Olympus bei der Kamerasparte beibehalten wird, bemerkenswert.

Robin

Natürlich taugt MicroFourThirds für alle Arten der Fotografie, besonders für Naturfotografie und Landschaft. Ob es gelingt liegt, wie immer, am Bildermacher.
Und Olympus ist nicht der einzige, auch nicht der wesentlichste, Protagonist von mFT.
Panasonic und einige Hersteller im Cinebereich setzen auf dieses Format.
Wobei Panasonic auch selbst Sensorforschung betreibt.
Wenn Olympus Fehler begangen haben sollte, dann haben es alle anderen ihnen gleich getan. Nikon und Canon haben atemberaubende Gewinneinbußen, selbst Fuji und Sony sind davon nicht verschont geblieben. Manchmal frage ich mich, wo eigentlich das Geld herkommt, welches die Firmen in ihre Neuentwicklungen stecken, bei so gravierenden Gewinneinbrüchen. Kann also sein, wer heute noch tolle Kameras vorstellt, befindet sich morgen bereits im freien Fall. Es reicht wohl auch nicht, eine Web Site zu schalten und zu betonen, wie grandios der optische Sucher ist. Was Pentax, auch ein Wackelkandidat, grad macht.
Innovationen und neue Strategien werden von der japanischen Kameraindustrie gefordert, wenn sie nicht als Ganzes, nicht nur Federn lassen, sondern komplett an die Wand fahren.
Entweder ist Olympus gegenwärtig dabei, sich zu erneuern oder sie sind am Ende ihres Imaging Weges.

Michael Teuber

Man sollte den Artikel im Englischen lesen. Dann wird Einiges deutlicher…

Udo van den Heuvel

Welchen? Es wird auf mehrere Quellen verwiesen. Mark hat eine „Summary“ erstellt.

Michael Teuber

https://www.bhphotovideo.com/explora/photography/news/qa-with-mr-aki-murata-president-consumer-products-group-olympus-americas/bi/19115/kbid/10779

„Our R&D team will remain and will continue to develop high-quality camera systems and audio products.“ Sprich, Forschung und Entwicklung bleibt bei Olympus. Man kann eine Summary auf verschiedene Art und Weise erstellen. Entweder mit der rosaroten oder der grauen Brille, je nach Standpunkt. Was hier geschrieben wird, ist eher abenteuerlich…..Diejenigen, die mit dem !System! bis jetzt zufrieden waren, wissen, warum sie es sind und auf diese Personen wird sich Olympus wahrscheinlich konzentrieren mit einer neue Vermarktungsstrategie. Da spielen Faktoren eine Rolle, die man mit der bartträchtigen Sensorformatdiskussion gar nicht erfassen kann. Synergieeffekte zum Beispiel. Wenn sich Olympus klar in Zukunft zum Spezial-und Nischenhersteller für Wildlife- und reisenden Dokumentarfotografen entwickelt, dann werden sie vielleicht als Erste einen Schritt gegangen sein, der anderen Herstellern noch bevorsteht…. Kameras werden in Zukunft Spezialwerkzeuge für Spezialisten sein, denen ein Smartphone nicht genügt. Oder Spielzeuge für technikaffine ältere Herren. 🙂

Tom

„„Our R&D team will remain and will continue to develop high-quality camera systems and audio products.“ Sprich, Forschung und Entwicklung bleibt bei Olympus.“

Das was du da schreibt steht so aber nicht in dem Satz. Lediglich ihr Team für Forschung und Entwicklung bleibt erhalten.
Der Satz sagt nicht aus, dass F & E weiterhin bei Olympus bleibt. Das Team wird vermutlich von JIP mit übernommen. War bei Vaio auch, da wurde der Großteil der Mitarbeiter aber erst einmal entlassen.

Es scheint echt ein Trend zu sein, dass Leute ständig Geschriebenes anders interpretieren, obwohl das so nicht geschrieben wurde.

Michael Teuber

Der Satz sagt aber auch NICHT aus, dass F&E zu JIP geht bzw. die Leute dann entlassen werden.. Eine Kamera zu entwickeln ist ein ganz anderes Ding als einen Computer zusammenzuschrauben. Das kann jede Hinterhoffirma. Wenn ich so ein kompliziertes Technologiegeschäft wie ein Kamerasystem übernehme, will ich damit längerfristig irgendwie Geld verdienen. Und das geht nur mit den technischen Spezialisten. Seien es externe oder interne. Patente ausschlachten? An wen verkaufen? Das ergibt gar keinen Sinn. Ausserdem braucht man Produktionsstätten. Die hat Olympus gerade in Vietnam fertiggestellt und in Betrieb genommen. Interessanterweise werden hier auch die medizinischen Produkte gefertigt. Momentan gibt es eine Absichtserklärung über einen eventuellen Verkauf. Wie die Beziehungen der beiden Firmen hinterher ausschauen, werden die Beteiligten selber noch nicht wissen.

Tom

„Der Satz sagt aber auch NICHT aus, dass F&E zu JIP geht bzw. die Leute dann entlassen werden.. “

Habe ich auch nie behauptet. Ich habe geschrieben „vermutlich“ und habe nie geschrieben, dass das in dem zitierten Satz steht. Wieder eine Begauptung von dir, die so niemand geschrieben hat.

Michael teuber

Na ja, halten wir fest. Es gibt Vermutungen. Und aus diesen Vermutungen wird Kaffeesatzleserei. Mehr ist das hier nicht. Ein Streit darüber hat keinen Sinn. Was wir aber konkret wissen, dass es einige Schreiberlinge gibt, die grosses Interesse an dieser Diskussion haben, warum auch immer. 🙂

Triotar

Genau so ist es, Olympus macht alles falsch und alle anderen sind besser. Woher hier einige Schreiberlinge ihre Aggressionen in der Argumentation nehmen, ist mir nicht erklärlich. Dazu gehören insbesondere die Experten hier im Forum, die wohl schon mit allem außer mit Olympus MFT selbst fotografiert haben.

Udo van den Heuvel

Ich sehe es wie Mark: Olympus kann nicht so tun, als würden sie das Verfahren weiterhin beherrschen, wenn die Sparte verkauft ist. Und man stellt sich ja quasi selbst ein Armutszeugnis aus, wenn man behauptet, dass man nach dem Verkauf auf viele tolle Produkte (Mit MFT??? Wohl kaum!) gespannt sein darf.

Ich vermute, dass Olympus selbst bewusst sein wird, dass MFT quasi ausentwickelt ist und der Markt nicht mehr bereit sein wird für eine hochwertige MFT Preise jenseits von 1000EUR zu bezahlen, wenn bald eine abgelöste Sony A7III quasi dauerhaft von Sony irgendwo um 1399EUR Neupreis im Markt gehalten wird. Ergo will Olympus den schwarzen Peter loswerden und mit dem so gewonnenen Kapital was neues anfangen. Ich vermute L-Mount Alliance Vollformat.

Thomas Dittel

Ich kann mir aktuell auch überhaupt nicht vorstellen, dass es mit JIP besser werden soll.
Aktuell wird die Imaging sparte vermutlich über die Endoskopie quersubventioniert. Etwas besseres kann denen doch nicht passieren. Bei JIP sind sie zum Gewinn verpflichtet und wenn Olympus nicht plötzlich das must have darstellt, können Gewinne wohl nur durch kostenreduktion entstehen. Na wenn da jetzt alles bei gewohnter Qualität bleibt fress ich nen Besen.
Dann heisst es wohl jetzt schnell noch paar gute altuelle Sache abgreifen ehe es bergab geht.

Pini

Man sollte Olympus nix mehr glauben, vor nicht mal einem Jahr haben sie fest behauptet, die Kamera Sparte nicht zu verkaufen.

Martin Lang

Der Markt wird kleiner, zuviele Player, das Smartphone ist ein Tsunami. Olympus ist der erste der verschwindet, weitere folgen.

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