Kameras Marktgeschehen

Wahnsinniges Sonnenfoto, monochrome Q3 und neue Infos zur Sony A7 V (Wochenrückblick)

Im Photografix-Wochenrückblick schauen wir uns diese Woche endlich mal wieder ein interessantes Foto an! Gleichzeitig hat Leica eine neue Monochrome-Version der Q3 gezeigt und wir haben neue Infos zur Sony A7 V.

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Die wichtigsten Foto-News der Kalenderwoche 47

Wann soll die Fujifilm X-T6 kommen?

Die erste Kamera, die wir uns anschauen, hatte ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm. Denn Fujifilm stellt einfach so viele Kameras vor, dass ich die Profi-APS-C-Serie fast vergessen hab. Richtig, es geht um die Fuji X-T6, die irgendwann die X-T5 aus dem Jahr 2022 ablösen wird.

Die Seite Fujirumors will diese Woche erfahren haben, dass die Nachfolgerin der X-T5 in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres vorgestellt werden soll. Zugegeben, das ist noch kein wirklich konkretes Erscheinungsdatum, sollte aber erfahrungsgemäß zwischen September und November 2026 bedeuten.

Relevant ist die Info vor allem für all diejenigen unter Euch, die sich aktuell vielleicht eine Kamera mit X-Trans-5 Sensor kaufen wollen. Denn höchstwahrscheinlich führt Fuji mit der X-T5 einen neuen Sensor ein, der technisch leistungsstärker sein wird. Und in den Monaten nach der Einführung der X-T5 im Jahr 2022 aktualisierte Fuji auch noch die Modelle X-H2, X-H2s. Kann also gut sein, dass wir Ende 2026 direkt einen neuen Schwung an Fuji-Kameras sehen werden.

Drei gute, zwei schlechte Infos zur Sony A7 V

Fuji haben wir abgehakt, machen wir weiter bei Sony! Denn wir stehen schließlich wenige Wochen vor der Vorstellung der Sony A7 V! Sonys nächstes Vollformat-Flaggschiff soll am 2. Dezember vorgestellt werden. Diese Info ist letzte Woche durchgesickert, aber noch nicht offiziell bestätigt!

Dafür haben wir letzte Woche vier neue Details zur Sony A7 V erfahren – davon sind drei gut und eine schlecht. Fangen wir mit den guten Nachrichten an!

Die A7 V wird bei voller Serienbildgeschwidnigkeit von 30 Bildern pro Sekunde voraussichtlich 14-Bit-RAWs aufnehmen können. Damit können wir also auch bei Serienaufnahmen eine besonders hohe Farbtiefe in den Bildern erwarten. Ganz interessant: die R6 Mark III von Canon schafft zwar 40 Bilder pro Sekunde, schaltet bei der Nutzung des elektronischen Verschlusses aber in einen 12-Bit-Modus.

Zweite gute Nachricht: Die A7 V soll wie die A1 Mark II eine Pre-Capture-Funktion besitzen. Falls Ihr das nicht kennt: Die Kamera speichert dabei Bilder vor Betätigung des Auslösers – wenn Ihr das einmal genauer sehen wollt, klickt hier mein Video zur Sony A9 III an!

Die dritte gute Nachricht: Wie die A9 III wird die A7 V wohl Composite-RAW unterstützen. Dabei nimmt die Kamera wahlweise 4, 8, 16 oder 32 Bilder auf, um besonders hochauflösende Bilder mit weniger Bildrauschen erstellen zu können.

Und die schlechte Nachricht? Nun ja, die ist für Fotografen weniger schlimm: Sogenannte Open-Gate-Videos soll die A7 V wohl nicht unterstützen. Diese Info ist ein wenig überraschend, da immer mehr Systemkameras und immer mehr Action-Cams die gesamte Sensorfläche beim Filmen aufnehmen können.

Und das war’s dann schon zur A7 V. Schreibt mir gerne schonmal Euren Eindruck zu der Kamera in die Kommentare!

Monochrome-Version der Leica Q3 vorgestellt

Reden wir jetzt über die Leica Q3 Monochrome! Denn mit der ist vergangene Woche eine neue Premium-Kompaktkamera von Leica mit dediziertem Schwarzweiß-Sensor erschienen. Bei der lässt Leica, wie bei solchen Modellen üblich, gleich ganz den Farbsensor weg – die Kamera kann also wirklich ausschließlich Schwarzweißfotos aufnehmen.

Ansonsten ist der Sensor aber der gewohnte 60-Megapixel-Sensor mit Triple-Resolution-Technologie. Er kann also auch Bilder mit 18 oder 36 Megapixeln aufnehmen. Der fehlende Farbfilter sorgt für eine höhere Lichtausbeute und eine bessere Detailwiedergabe – der ISO-Bereich reicht nun zudem von 100 bis 200.000, während die normale Q3 “nur” 100.000 schafft.

Beim Objektiv gibt’s nach wie vor das Leica Summilux 28mm f/1.7, zoomen funktioniert dabei nur über einen Digitalzoom von 28 bis 90 Millimetern und im Makromodus schafft die Bilder eine Naheinstellgrenze von 17 Zentimetern.

Optisch unterscheidet sich die Q3 Monochrome ein wenig von der Standard-Version. Es fehlt das rote Leica-Logo, an der Oberseite finden wir den Schriftzug “Monochrome” ins Gehäuse gefräst und die Belederung hat eine etwas andere Struktur.

Sonst gibt’s keine relevanten Änderungen an der Kamera. Bis auf eine überarbeitete Benutzeroberfläche, die Foto und Video besser voneinander trennt – die soll aber auch demnächst per Firmware-Update für die Q3 und die Q3 43 kommen.

Also: Leica Q3 schwarz ansprühen, Farbfilter rausreißen und zu welchem Preis verkauft man sie? 6.750 Euro – also stolze 500 Euro mehr als der aktuelle Preis der Q3. Leica-Fans wissen sicher, warum!

Erste Action-Cam mit variabler Blende

Die nächste Kamera bringt ein paar interessante Neuerungen! Ich rede über die DJI Osmo Action 6, die gleich zwei Dinge anders macht als die gar nicht mal so alte Vorgängerin.

Denn die Action 6 ist erst einmal die erste Action-Cam mit variabler Blende. Technisch kann die Kamera dabei von f/2 auf f/4 umschalten – die Vorgängerin hatte noch eine fixe Blende von f/2.8. Das soll nicht unbedingt für ein schöneres Bokeh sorgen, sondern verbessert zwei Aspekte der Action-Cam:

Einerseits kann die offenere Blende natürlich mehr Licht einfangen – bietet also eine bessere Low-Light-Performance. Andererseits verbessert die geschlossene Blende recht simpel die Hyperfokaldistanz des Objektivs mit Fixfokus. Gerade bei Nahaufnahmen sollte das für mehr Schärfe sorgen und löst ein wenig ein Problem von Action-Cams, bei denen ein fehlender Autofokus für eine bessere Robustheit ja durchaus praktisch ist.

Ebenfalls interessant finde ich, dass DJI nochmal stärker auf den Open-Gate-Trend setzt. Denn die Kamera vertraut gleich komplett auf einen quadratischen Sensor, der eine Auflösung von 3.840 x 3.840 Pixeln aufnehmen kann. Heißt, man kann nochmal flexibler zwischen Formaten in der Postproduktion wechseln als bei Sensoren im 3:2-Format, die Open Gate aufnehmen können.

Damit das ein bisschen einfacher wird, kann die Kamera Motive im Hochformatmodus automatisch erkennen. Hinzu kommen sechs Filmlooks, sodass man Videos direkt von der Kamera nehmen und posten kann.

Videotechnisch sind maximal 4K bei 120 Bildern pro Sekunde. Über Interpolation schafft die Kamera dann aber im Modus mit 1.080p und 240 Bildern pro Sekunde einen Zeitlupeneffekt, der 960 Bildern pro Sekunde entspricht. Das wäre bei 30 Bildern pro Sekunde immerhin eine 32-fache Verlangsamung!

Preislich gibt’s die neue Kamera für 379 Euro, eine Adventure-Combo mit zusätzlichem Zubehör und zwei Akkus kann man für 479 Euro kaufen. Wie findet Ihr das Upgrade? Schreibt mir das auch gerne in die Kommentare!

Über dieses Sonnenfoto redet das Netz

Jonathan hatte das Bild von Andrew McCarthy vergangene Woche als News aufgegriffen, ich hatte es aber schon einige Tage vorher in den Sozialen Medien gesehen. Denn da wurde das Foto und das dazugehörige Video von der Aufnahme viel diskutiert:

Quelle: Andrew McCarthy

Das sieht erstmal nach Photoshop oder generativer KI aus, ist aber tatsächlich “in camera” entstanden. Dafür hat der Astrofotograf Andrew McCarthy ein Lunt 60mm H-Alpha-Teleskop mit einer ASI 1600-MM-Kamera kombiniert. Dabei handelt es sich um eine Spezialkamera für die Astrofotografie, die einen besonders sensiblen CMOS-Sensor nutzt.

Die ist eigentlich für die Aufnahme eher lichtschwacher Objekte am Nachthimmel geeignet – also eher nicht für den hellen Lorenz da oben am Himmel. Über einen H-Alpha-Filter lässt McCarthy aber nur eine bestimmte rötliche Lichtfrequenz durch, die Wasserstoff beim Energieverlust abstrahlt.

Der Fallschirmspringer Gabriel Brown sprang dann noch im richtigen Zeitpunkt ab, sodass er aus der Perspektive der Kamera direkt durch die Sonne flog. Technisch ist das Foto mit dem Namen “The Fall of Ikarus” in einem Mosaik-Verfahren aus vielen einzelnen Bildern zusammengesetzt worden.

Wie genau das mit dem durchfliegenden Fallschirmspringer funktioniert, lasse ich einmal offen. Denn so viel Aufwand soll belohnt werden, schaut Euch das also doch bitte auf dem Instagram-Kanal von Andrew McCarthy an.



Damit verabschiede ich mich und sage wie immer: „Bis zum nächsten Mal!“

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Mirko

Meine kleine Freude aus China ist da, der neue Rollfilm 🎞️
Er soll kontrastreich sein, ein knalliges rot und kräftiges grün abliefern und eher warm daher kommen, also nichts für Porträt Fotografen.

https://ibb.co/LD5mhM6H

Carol

Was hältst du von der neuen lomo mc-a? Bis jetz die interessanteste Kamera 2025/26 für mich am Markt.

Mirko

Das Konzept gefällt mir, Metropolis einlegen und einfach Spaß haben 📷

Mirko

Nun ist noch meine zweite kleine Freude aus China eingetroffen, der “Anamorphic-Lens-Fake-Filter”
Schnell mal ein Licht eingeschaltet und …funktioniert. Muss wohl heute Abend noch zur Kreuzung und Autoscheinwerfer im Breitbildformat fotografieren 📷
https://ibb.co/TFtGdHg

joe

Wie das Sonnen Bild gemacht wurde, zeigt zum Beispiel ntv auf youtube.com